Seniorinnen stricken für Neugeborene in der Badestadt

Alt für Jung: Hannelore Mundt (von links), Irmgard Schuster, Helga Pitsch, Brigitte Groß und Ursel Bölling stricken Baby-Söckchen. Foto: Cortis

Bad Sooden-Allendorf. Eine Willkommenskultur für Neugeborene pflegen die Strickliesen im städtischen Seniorentreffpunkt in Bad Sooden-Allendorf.

Seit kurzem stellen sie mit flinker Nadel Wollsöckchen für Babys her. Die wärmende Fußbekleidung komplettiert das Willkommenspaket, mit dem seit vier Jahren die Stadt sehr zur Freude der Eltern jedes Neugeborene in der Badestadt begrüßt.

Annette Ruske-Wolf, Koordinatorin im Bündnis für Familie, hatte sich die hübsche Idee einfallen lassen, als es draußen noch nicht so grimmig kalt war. Und bei Alexandra Kobusch, der Leiterin und guten Seele des Seniorentreffpunktes, rannte sie offene Türen ein, wusste die doch um die handarbeitlichen Qualitäten ihrer betagten Schützlinge. Die machten sich noch vor Weihnachten an die Arbeit, kauften aus eigener Tasche Wolle ein oder ließen sie sich spendieren und könnten, wenn sie denn wollten, inzwischen schon einen kleinen Laden aufmachen.

Knapp ein Dutzend ältere Damen waren am Dienstagnachmittag eifrig bei der Sache, als nicht nur Annette Ruske-Wolf, sondern auch Sozialkreis-Vorsitzende Helga Finger und Bürgermeister Frank Hix vorbeischauten, um ganz persönlich „Dankeschön“ zu sagen für so viel ehrenamtliches Engagement zugunsten der jüngsten Neubürger der Stadt.

Schnell Anschluss gefunden

Apropos Neubürger. Zu den älteren zählt Helga Pitsch, die vor anderthalb Jahren mit ihrem Mann von Reutlingen nach Sooden gezogen ist, um in der Nähe ihrer Tochter und der zwei fünf und 13 Jahre alten Enkelkinder zu sein, die in Wellingerode eine neue Heimat gefunden haben. Die 78-Jährige gehört zum harten Kern der Strickliesen, die in der Kurstadt, wie sie sagt, „rasend schnell“ Anschluss gefunden hat. So auch zu Siegrid Funke und Karin Lippelt, ebenfalls „Frauen der ersten Stunde“, die jeden Dienstag ab 14 Uhr ihre Maschen machen. Etwa 150 Gramm Wolle benötigen die Damen für ein Paar Söckchen der Größe 19. Das macht mal mehr, mal weniger als sechs Stunden Arbeit - nicht selten auch abends zu Hause. Und im kleinen oder größeren Kreis des Seniorentreffpunktes, dazu noch beim Schnuddeln, so Helga Pitsch, „macht das richtig Spaß“.

Von Chris Cortis

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