Stadt finanzierte die komplette Zusatzausbildung

Kurort Bad Sooden-Allendorf: Zwei Ärzte für die Badegäste

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Hand in Hand für die Kur: (von links) Dr. Oliver Kühlke, Bürgermeister Frank Hix und Michael Kitzig freuen sich, das Prädikat Heilbad für Bad Sooden-Allendorf langfristig erhalten zu können.

Bad Sooden-Allendorf. Mit Michael Kitzig und Dr. Oliver Kühlke erfüllt Bad Sooden-Allendorf das Kriterium für das Prädikat Heilbad doppelt.

Neben vielen Kriterien, die erfüllt werden müssen, um das Prädikat Heilbad zu erlangen, ist zwingende Voraussetzung, dass es in einem Kurort mindestens einen praktizierenden Badearzt gibt. Dies ist in Bad Sooden-Allendorf jetzt doppelt erfüllt.

Der Allgemeinmediziner Michael Kitzig (57), schon seit mehr als zwanzig Jahren mit dieser Zusatzqualifikation ausgestattet, hat mit Dr. Oliver Kühlke (36) einen Kollegen bekommen, so dass jetzt schon für „Nachwuchs“ gesorgt ist, wenn der ältere Mediziner irgendwann einmal in den Ruhestand geht.

Die Stadt finanziert mit rund 3500 Euro die komplette Zusatzausbildung des 36-Jährigen, der seit zwei Jahren als hausärztlicher Internist Nachfolger des Ruheständlers Dr. Wolf A. Brandt ist.

Warum die Stadt das tut, erläuterte am Donnerstag im Rathaus Bürgermeister Frank Hix, der darauf hinwies, dass es immer schwieriger werde, Badeärzte zu finden. Das liege nicht nur an den Ausbildungskosten, sondern auch daran, dass die sechs Module zu verschiedenen Themen 240 Stunden beanspruchten und in dieser Zeit der angehende Badearzt wegen geschlossener Praxis auf Einnahmen verzichten müsse. Anderenorts würden Mediziner mit noch attraktiveren Angeboten angelockt.

Hinzu komme, dass die offenen Badekuren stark rückläufig seien. Diesbezüglich verordne er Kurmittel „an vielleicht zwanzig Patienten im Quartal“, erläutert Michael Kitzig.

Das habe auch damit zu tun, dass viele Menschen von dieser Form der Kur - die Krankenkasse zahlt alles Medizinische, der Patient die Unterkunft - überhaupt nichts wüssten. Die Zusatzausbildung zum Badearzt hat Dr. Oliver Kühlke soeben erst begonnen, aber jetzt schon eine befristete Genehmigung, als solcher zu wirken. Nach eigenen Angaben Ende nächsten Jahres oder spätestens Anfang 2018 will er dann „richtiger“ Badearzt sein.

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