Schoko lässt sich einfach nicht einfangen

Das Drama mit dem entlaufenen Lama

Bad Sooden-Allendorf. Eines ist nun sicher – Schoko lebt. Am vergangenen Dienstag ist die dreijährige Lamadame auf mysteriöse Weise von der Koppel im Asbachtal verschwunden, am Wochenende wurde sie nun mehrfach gesichtet.

„Am Freitag, Samstag und Sonntag wurde Schoko von aufmerksamen Menschen gesichtet“, sagt Besitzerin Doris Stephan vom Naturhaus Alte Hainsmühle.

Zuerst bemerkt wurde Schoko am Freitag von einer Familie aus der Nähe von Göttingen, die bei Asbach-Sickenberg beim Dietzenröder Stein wanderte. Sofort eilte Stephan samt Azubi Robin, Tierpflegerin Elena, dem Tierarzt Josef Kenter und zwei weiteren Helfern zum oberhalb von Asbach gelegenen Kalksteinbruch. Mit im Gepäck hatten sie ein Blasrohr mit Betäubungspfeilen, Pferdeanhänger, Transportdecken, Seile und Lockfutter. Vom Parkplatz aus starteten sie die Suche, nach etwa 40 Minuten entdeckten sie Schoko dann friedlich grasend im Wald. Tierpflegerin Elena sowie Tierarzt Kenter pirschten sich mit Futter und Betäubungsblasrohr bis auf etwa fünf Meter an das Tier heran. „Doch blöderweise prallten an dem dicken Fell die Pfeile ab und konnten somit keine Wirkung erzielen“, sagt Stephan.

Nach fünf erfolglosen Versuchen hatte Schoko die Nase voll und machte sich auf und davon. Da es mittlerweile dunkel wurde ließ der Suchtrupp das Lama auf dem Felsen zurück. „Wir sind erst einmal froh, dass es ihm so weit gut geht“, sagt Stephan.

Dass das Lama in der Nähe gesichtet wurde, spreche gegen einen Diebstahl. Allerdings sei immer noch unklar, was vorgefallen ist. „Es bleibt mysteriös“, sagt Stephan. Sie kann sich nicht erklären, was das Tier so verschreckt haben könnte, dass es weglief und nun so gar kein Vertrauen mehr habe. Noch merkwürdiger sei, dass von den drei Tieren auf der Koppel nur Schoko die Flucht ergriffen hat.

Weiter ging die Suche am Samstag, nachdem mehrere Asbacher anriefen, die das Lama in der Wendeschleife am Dorfende von Asbach gesehen hatten. Dort entdeckten Stephan und ihre Tierpfleger Schoko, die ganz zufrieden und vollgefuttert dalag. Dann das gleiche Spiel wieder: Schoko schaute sich den Anhänger an, ließ wieder bis auf fünf Meter alle an sich heran und nahm dann mit eleganten Sprüngen Reißaus. Sie machte sich auf den Weg Richtung Glaserborn und an den Aufstieg zum Heiligenberg. Stephan vermutet, dass das Lama durch irgendetwas oder irgendwen so verstört wurde, dass es sich in höheren Lagen sicherer fühlt.

Am Sonntag wurde Schoko wieder bei der Wendeschleife gesehen. Da sich das Tier bisher nicht einfangen ließ, hat Stephan die Taktik geändert: „Wir haben den ihr vertrauten Anhänger mit Futter abgestellt, in der Hoffnung, sie würde dort Unterschlupf suchen.“ (dir/wr)