Prämie auf Elektroautos: Nachfrage gestiegen, Verkäufe nicht

Nur 29 E-Autos rollen auf den Straßen im Werra-Meißner-Kreis

Werra-Meißner. Fahrzeuge mit alternativem Antrieb sind trotz der neuen Prämie nicht beliebter.

Die Prämie für Elektroautos, die die Bundesregierung als erneuten Anreiz zum Kauf beschlossen hat, wirkt sich nicht auf die Zulassungen von E-Autos im Kreis aus. Zurzeit sind unter 90 160 zugelassenen Fahrzeugen nur 29 E-Autos und 54 Hybridautos verzeichnet. E-Autos machen momentan also nur 0,03 Prozent der angemeldeten Wagen aus. Einen Anstieg seit den neuen Vergünstigungen sei nicht aufgefallen, sagt Kreissprecher Jörg Klinge.

In den Autohäusern im Kreis ist die Nachfrage an Elektroautos weiterhin verhalten. Die geringe Nachfrage sieht Jörg Heidenreich vom Autohaus Heidenreich in Witzenhausen und Eschwege darin begründet, dass es mit den jetzigen Benzinpreisen noch wenig wirtschaftlich sei, ein E-Auto zu fahren. In der Beratung habe er Kunden gegenüber kein Argument. „Mit einem Diesel ist man sparsamer unterwegs, was die Kosten pro Kilometer anbelangt.“

Bei Jörn Stöber vom Autohaus Stöber in Witzenhausen, Eschwege und Bad Sooden-Allendorf sieht es ähnlich aus. Mit Blick auf den Kaufpreis verpuffe die Prämie schnell. Für ein E-Auto müssten Kunden rund 30 000 Euro ausgeben.

Bei Axel Vogelei im Autohaus Vogelei in Witzenhausen ist die Nachfrage seit der Prämie zwar gestiegen, aber die Verkaufsquote nicht – obwohl er mit Renault Wagen der niedrigsten Preisklasse an E-Autos anbiete. Die geringe Reichweite sei ein großes Gegenargument. Ein Elektroauto kann mit voller Batterie bis zu 240 Kilometer fahren, im Winter deutlich weniger. Damit mehr Kunden kaufen, müsste auch das E-Tankstellennetz ausgebaut werden, kritisiert Vogelei.

Zu Kunden, die ein E-Auto kaufen, zählen neben Firmen auch Stadtwerke. Die hätten einen anderen Zugang zum Thema Elektrizität, erklärt Stöber. Von der Stadtwerke- Union Nordhessen (SUN) werden auch im Kreis die meisten öffentlichen Ladesäulen aufgestellt.

Rubriklistenbild: © dpa

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