Robert Wöhler ist als einer von sieben ehrenamtlichen „Luchsscouts“ aktiv

Fotofalle für die Großkatze

Foto-Caption: Diese Luchsfalle hat den Wolf erwischt: Robert Wöhler (Mitte) betreut die Kamera ehrenamtlich, mit Privatförster Andreas Kiefer (rechts), der für den Standort zuständig ist, und Projektleiter Markus Port (links). Foto: Demmer

Hubenrode. Eigentlich studiert Robert Wöhler Politikwissenschaften und Philosophie an der Universität Kassel. Einen Teil seiner Freizeit verbringt er jedoch ganz anders.

Er ist im Wald unterwegs und betreut einige der 80 Luchsfallen, mit denen kürzlich ein Wolf nahe des Witzenhäuser Stadtteils Hubenrode abgelichtet wurde.

Angefangen hat dieses ungewöhnliche Hobby durch einen Vortrag des Verhaltensbiologen Markus Port von der Universität Göttingen über Luchse. Das Thema interessierte Wöhler, so dass er sich als Freiwilliger für das Projekt meldete. „Es ist ein schöner Ausgleich zum Studium“, erklärt der Student sein Engagement.

Insgesamt sind sieben Ehrenamtliche für das Projekt, die Luchspopulation südöstlich von Kassel zu erfassen, im Einsatz. Neben Wöhler sind es Gerhard Schuster aus Bad Sooden-Allendorf, der nach einer Begegnung mit der Großkatze am Frau-Holle-Teich so fasziniert von Luchsen ist, dass er Fotofallen betreut. Mit dabei sind zudem Raymund Brunner aus Dörnhagen, Jann Hellmuth aus Kassel, Franziska Paul aus Naumburg, Daniel Pankoke aus Göttingen und Brunhilde Meyer aus Adelebsen.

„Das Projekt lebt von der ehrenamtlichen Arbeit“, betont Port. Auch das hessische Umweltministerium würdigte die Freiwilligen in einer Stellungnahme: „Das Umweltministerium freut sich darüber, dass durch dem großen ehrenamtlichen Einsatz bei diesem Projekt Anfang März sogar zwei Wolfsnachweise gelangen.“

Die Freiwilligen betreuen die Kameras, wechseln Batterien aus, sichten und archivieren die Fotos – und löschen so manches Bild. Denn die Kameras lösen bei der Kombination von Bewegung und Wärme aus – und erwischen dabei auch Wanderer oder vorbeifahrende Wagen.

Dass der Wolf von der Fotofalle erwischt wurde, liegt am ungewöhnlichen Standort im Privatwald der Familie von Bodenhausen. Normalerweise hängen die Fallen an Wegen, da sich Luchse gerne dort entlang bewegen. Sie sind so angebracht, dass die Luchse seitlich aufgenommen werden, um möglichst viel Fellzeichnung zu sehen. Gibt es genügend gute Fotos, können die Tiere erkannt und die Anzahl geschätzt werden, so Port.

Die Kamera bei Hubenrode hing hingegen im Wald in einer Flucht. Zudem hinterlasse das Foto, das den Wolf von hinten zeigt, den Eindruck, dass er sich heimlicher als der Luchs durch den Wald bewege, sagt Port.

Im April wurden die Fallen weitestgehend in den Reinhardswald und ins Wolfhager Land verlagert. Im Kaufunger Wald sind vier verblieben – an den Orten, an denen Luchse regelmäßig zu finden sind. Dass bald wieder ein Wolf dabei sein wird, bezweifelt Port. Denn Meister Isegrimm legt gerne große Stecken zurück. Ob er sich unbedingt hier niederlasse, sei fraglich. (nde)

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