Mit Diabetes ein Jahr in Uganda: Ein Großalmeröder berichtet

Lebt seit Ende August für ein Jahr in Afrika: Der Großalmeröder Jan Krause arbeitet in Uganda mit Grundschülern. Auf dem Bild, das in der Stadt Kisiizi aufgenommen wurde, ist er mit Robert zu sehen. Foto:  privat
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Lebt seit Ende August für ein Jahr in Afrika: Der Großalmeröder Jan Krause arbeitet in Uganda mit Grundschülern. Auf dem Bild, das in der Stadt Kisiizi aufgenommen wurde, ist er mit Robert zu sehen.

Großalmerode. Ein Jahr im Ausland ist auch mit Einschränkungen verbunden. Welche Bedeutung diese für einen Diabetiker haben, berichtet der Großalmeröder Jan Krause aus Kayunga (Uganda).

Seit wann bist du Diabetiker?

Jan Krause: Seit April 2009 habe ich Diabetes, Typ 1. Das Insulin erhalte ich über eine Pumpe. Dabei wird nur ein kurzwirkendes Insulin verwendet. Das zwölf Stunden wirkende Basalinsulin, das ich mir sonst morgens und abends spritzen müsste, wird durch kleinere Insulinabgaben alle drei Minuten ersetzt. Zu jeder Mahlzeit gibt man zusätzlich Insulin ab.

Wie hast du dich auf dein Jahr in Uganda vorbereitet?

Krause: Ich musste mit der Krankenkasse telefonieren, um meinen Jahresbedarf an Medikamenten verschrieben zu bekommen, und mit der Fluggesellschaft, um diese Menge an Medizin dann auch mit ins Flugzeug nehmen zu dürfen. Wie jeder, der in die Tropen oder Subtropen reist, musste ich eine Tropentauglichkeitsuntersuchung machen.

Musstest du beim Transport etwas berücksichtigen?

Krause: Ja, Insulin muss zwischen zwei und acht Grad Celsius gelagert werden, sonst verliert es seine Wirkung. Ich habe die Medizin daher mit sechs Kühl-Akkus transportiert und die Temperatur mit einem Thermometer überwacht. Sechs weitere Akkus hatte ich im Flugzeug abgegeben, um bei Bedarf zu wechseln.

Wo lagerst du dein Insulin in Uganda?

Krause: Im Kühlschrank, wie in Deutschland auch. Bei Stromausfällen benutze ich wieder meine Kühl-Akkus. Da der Strom zeitweise jedoch mehr als 36 Stunden weg ist, haben mir meine Eltern bei ihrem Besuch im Herbst einen Gaskühlschrank mitgebracht.

Worauf musstest du dich noch vor Ort einstellen?

Krause: Genau wie in Deutschland muss ich auch hier in Afrika auf Lebensmittel verzichten, in denen viel Zucker und kein Fett enthalten ist, wie beispielsweise Säfte, Gummibärchen, Bonbons und Cola. Anfangs musste ich hier in Afrika lernen, die lokalen Gerichte wie Matoke (Kochbanane) und Posho (Maisbrei) einzuschätzen, was die Broteinheiten angeht.

Und wie ist das mit Sport?

Krause: Der einzige Unterschied besteht darin, dass ich in Afrika bedenken muss, dass das Insulin bei Hitze stärker wirkt. Ansonsten achte ich genau wie in Deutschland auch darauf, dass ich nicht unterzuckere, mache dann notfalls eine Pause und nehme einen Traubenzucker zu mir.

Du bist seit Ende August in Uganda und hast dir anfangs öfter den Magen verdorben. Wie ist die medizinische Versorgung in Uganda generell?

Krause: Das hängt stark davon ab, wo man ist und wie viel Geld man hat. In der Hauptstadt gibt es Krankenhäuser, die zum Teil auch von Europäern geführt werden. Dort ist die Versorgung recht gut. Auf dem Land ist das Ganze wiederum recht schlecht, weil oftmals Geräte oder auch Medikamente fehlen. Grundsätzlich werden Antibiotika und Schmerzmittel sehr schnell verschrieben, auch bei Husten schon.

Zur Person

Jan Krause (20) wohnt mit seinen Eltern und Geschwistern Lukas (17) und Ruth (15) seit seinem achten Lebensjahr in Großalmerode. Zuletzt hat er in Witzenhausen am beruflichen Gymnasium mit Fachrichtung Technik sein Abitur gemacht. Nach seinem Auslandsjahr wird er ein duales Studium zum Mechatroniker in Karlsruhe beginnen. Von 1992 bis 2004 lebte die Familie bereits in Uganda. Jan Krauses Vater Hartmut arbeitete als Missionar in der Stadt Kabale.

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