Zwischen Helsa und Hessisch Lichtenau

Durchbruch bei Deutschlands zweitlängstem Tunnel in Hirschhagen

Der Durchstich im A44-Tunnel Hirschhagen ist geschafft. Mit einem Bagger wurden am Freitag in der Südröhre symbolisch die letzten Zentimeter Gestein am Durchbruchspunkt abgetragen.

2,5 Kilometer tief lag der Durchbruchspunkt im Berg.

Am Steuer saß Tunnelpatin Isolde Posch, Ehefrau des ehemaligen hessischen Verkehrsminister, Dieter Posch (FDP), der das A44-Projekt in den 2000er-Jahren vorangebracht hatte. Der Durchstich in der Nordröhre erfolgt Ende April.

Mit dem Abschluss der Minierarbeiten geht ein wichtiger Bauabschnitt im 4,2 Kilometer langen Tunnel Hirschhagen zwischen Helsa und Hessisch Lichtenau zu Ende. Der Tunnel ist das Kernstück des 5,9 Kilometer langen Streckenabschnitts der A44 zwischen der noch im Bau befindlichen Anschlussstelle Helsa und der Anschlussstelle Hessisch Lichtenau. Der Tunnelrohbau (Innenverschalung) wird voraussichtlich bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Im Anschluss daran erfolgt der technische Ausbau mit Lüftungsanlagen, Stromversorgung, Entwässerung und Noteinrichtungen. „Mit der Freigabe für den Verkehr ist Ende 2019 zu rechnen“, sagte Günther Hermann vom Hessischen Verkehrsministerium.

Durchbruch beim Tunnel Hirschhagen

Rainer Bomba (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, bewertete den Tunnel Hirschhagen als „Meilenstein zur Fertigstellung der A44“. Er werde künftig die B7 und deren Anlieger in Sachen Durchgangsverkehr deutlich entlasten – „in den Orten Eschenstruth und Fürstenhagen um voraussichtlich 90 Prozent“. Gleichzeitig sei die Autobahn eine wichtige Voraussetzung für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in der Region.

Die Baukosten des gesamten 5,9 Kilometer langen Streckenabschnitts belaufen sich auf rund 324 Millionen Euro, davon entfallen alleine 250 Millionen Euro auf den Tunnelrohbau. Mit einer Kostensteigerung ist zu rechnen, „wie viel ist noch unklar“, sagte Reinhold Rehbein, Dezernatsleiter von Hessen Mobil. Grund seien Schwierigkeiten beim Tunnelvortrieb gewesen. „Zehn Prozent wären aber nicht ungewöhnlich“. Damit würde sich der Tunnel um mindestens 25 Millionen Euro verteuern.

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