Großübung der Feuerwehr Hessisch Lichtenau

Ungewöhnliche „Verlegung“: Bei der Großübung der Feuerwehr Hessisch Lichtenau in der Orthopädischen Klinik brachten die Retter etliche Patienten auf ihre Matratze geschnallt in Sicherheit. Foto: zss

Hessisch Lichtenau. Während der Alarmübung probten die Feuerwehrleute den Erstfall in der Orthopädischen Klinik. Unter anderem wurde die Rettung von Patienten auf Matratzen trainiert.

Mehr als 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Personal, Darstellern und Mimen nahmen jetzt an einer groß angelegten Alarmübung in der Orthopädischen Klinik in Hessisch Lichtenau teil.

Ausgangslage war ein Brand im Bereich des Speisesaals der Station 7, der 24 Personen den Fluchtweg abschnitt. Während ein Teil der gelähmten Patienten auf ihren Zimmern in den Betten lag, konnten sich Rollstuhlfahrer und Personal auf den Balkon retten. Die Flucht durch das Treppenhaus war wegen starker Rauchentwicklung nicht möglich.

Die Feuerwehr orientiertesich zunächst in der Brandmeldezentrale über den genauen Ort des Brandes. Nach ausführlicher Erkundung wurden die einzelnen Abschnitte gebildet und die Kräfte eingesetzt. Drei Nebelmaschinen sorgten dafür, dass das Szenario sehr echt dargestellt wurde.

Während mehrere Trupps unter Atemschutz in das Gebäude vorgingen und sich durch das Treppenhaus nach oben kämpften, wurden die Personen auf dem Balkon per Drehleiter gerettet. Schwierigkeit hierbei war die Liegendrettung mehrerer Personen, schilderte Feuerwehr-Pressesprecher Stefan Schlegel.

Auf der vom Brand abgewandten Seite drangen weitere Atemschutztrupps ins Gebäude ein und kontrollierten im rauchfreien Bereich der Station die Patientenzimmer.

Die dort liegenden gelähmten Menschen wurden mit speziellen Evakuierungsmatten, dem „Hamburger Rettungstuch“, samt ihrer Matratze durch das Treppenhaus ins Freie gezogen und von dort aus zur Verletztensammelstelle in die Turnhalle gebracht. Dort wurden sie von Ärzten, Personal der Klinik und dem Rettungsdienst versorgt. Zwei Personen mussten samt ihren Betten durch den verrauchten Bereich gerettet werden, ihnen wurden dafür extra Fluchthauben aufgezogen.

Während des Rettungseinsatzes wurde ein Feuerwehrmann unter Atemschutz bewusstlos, die Vorgehensweise in einem solchen Fall wurde dann auch durchgespielt.

„Übungsziel erreicht, sehr gute Arbeit“, lautete bei der Nachbesprechung das Fazit von Stadtbrandinspektor Steffen Rödel und seinem Stellvertreter Stefan Kuhnert. Auch Klinik-Geschäftsführer Stefan David äußerte sich zufrieden mit Ablauf und Ergebnis der Übung: „Die Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften hat ebenso gut funktioniert wie die Erstrettung durch eigenes Personal.“

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