Kistner ist neuer Chefarzt der Wirbelsäulenorthopädie in Lichtenau e.V.

Der Patient steht für ihn im Mittelpunkt: Stefan Kistner, neuer Chefarzt der Abteilung Wirbelsäulenchirurgie in der Orthopädischen Klinik Lichtenau e.V., erläutert eine mögliche Behandlung anhand eines Wirbelsäulen-Modells. Foto: privat

Hessisch Lichtenau/Großalmerode. Mit dem Großalmeröder Stefan Kistner hat die Abteilung Wirbelsäulenorthopädie von Lichtenau e. V. ein Kind der Region als Chefarzt bekommen.

Stefan Kistner ist keiner, der die große Kapelle spielen muss. Das antwortet der 44-Jährige auf die Frage, ob es sein Karriereziel war, Chefarzt der Abteilung für Wirbelsäulenorthopädie von Lichtenau e.V. zu werden.Er steht gern im OP, nicht im Rampenlicht. Jetzt muss er beides kombinieren und den Spagat zwischen Medizin und Management meistern.

Dass er das kann, hat er bereits zweimal als kommissarischer Leiter der Abteilung unter Beweis gestellt. Zuerst, als Dr. Rafael Sambale Ende 2015 zu Vitos nach Kassel wechselte, dann als sein Nachfolger Dr. Stefan Lakemeier nach nur sieben Monaten überraschend die Stelle abgab.

Mit Stefan Kistner wird Ruhe ins Personalkarussell kommen. Denn der gebürtige Großalmeröder ist in der Region verwurzelt und der Orthopädie in Hessisch Lichtenau als Arzt schon seit 2003 treu.

„Ich war und bin immer gern hier“, sagt Kistner über die Klinik und seine Kollegen, die ihm zugeraten haben, die Position anzunehmen. Die Rückendeckung von seinem Team war ihm wichtig. „Wenn man, wie ich, schon lange in einer Einrichtung ist, fehlt einem die Außenansicht.“

Mit Kistner wird die Philosophie des Hauses fortgeführt: Statt schneller chirurgischer Eingriffe setzt er wie seine Vorgänger auf konservative Therapien, also medikamentöse und physikalische Behandlungen wie Gymnastik, Massage und anderes. Mit dieser Vorgabe sei zwar nicht das große Geld zu verdienen, sie helfe aber den Patienten, schmerzhafte Operationen zu vermeiden. „Trotz Arbeitsbelastung nehmen wir uns Zeit für Gespräche. Das macht auch die Kollegen zufrieden. Jeder Patient wird genau untersucht, seine Krankengeschichte angeschaut, sein Fall und Behandlungsmöglichkeiten im Team diskutiert. Erst wenn das nicht klappt, sprechen wir über Plan B.“

Den Sprung auf die Chefarzt-Position schaffte Kistner ohne Doktortitel, den er aber auch nicht vermisst. Trotzdem sagt er: „Es ist schön, wenn man ihn hat. Jungen Kollegen rate ich dazu, anders als ich früh damit anzufangen.“ Für ihn selbst sei es jetzt zu spät, er habe im Studium schlicht den Zeitpunkt für die Promotion verpasst. „Es war einfach immer genug anderes zu tun. Und dann kamen die Kinder und ich wollte Geld verdienen.“

Mit seiner Frau und den elf und 14 Jahre alten Töchtern lebt Stefan Kistner in Großalmerode, das für ihn als Wohnort erste Wahl ist. „Mir gefällt es hier. Ruhig, schöne Natur, kinderfreundlich. Ich brauche nicht die große Stadt.“ Früher ist er auch gern joggen gegangen, spielte Fußball, Tennis, Handball und Basketball. Aber seit die Hüfte Probleme macht, entspannt er nach Feierabend lieber bei einem Familienausflug oder einem Spaziergang auf dem Meißner mit Musik von Bruce Springsteen.

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