Anzeige gegen vier Männer

Nach Schlägerei verlassen die letzten Flüchtlinge das Senkefeld

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Abreise: Am Mittwoch haben die letzten Flüchtlinge die Erstaufnahmeeinrichtung in Hessisch Lichtenau verlassen. 

Hessisch Lichtenau. Während die letzten Flüchtlinge die Erstaufnahmeeinrichtung in Hessisch Lichtenau verlassen haben, wurde ein Verfahren gegen die Männer eingeleitet, die am Montag auf die Security losgegangen waren.

Die vier jungen Männer, die am Montagabend für einen Aufruhr in der Erstaufnahmeeinrichtung Senkefeld in Hessisch Lichtenau gesorgt hatten, müssen mit einem Verfahren wegen Landfriedensbruch rechnen. Sie waren auf das Sicherheitspersonal losgegangen. Rund 40 bis 50 weitere Bewohner schlossen sich ihnen an, so dass ein Polizeieinsatz nötig wurde. Zwei der vier Männer waren stark alkoholisiert und wurden von der Polizei zur Ausnüchterung mitgenommen.

Wie Polizeisprecher Reiner Lingner mitteilt, wurde gegen die vier Männer Anzeige erstattet. Sie werden nun angehört, danach entscheidet die Staatsanwaltschaft Kassel, ob gegen sie ein Verfahren eröffnet wird. Ein Landfriedensbruch liegt vor, wenn jemand in einer Gruppe Gewalt gegen Menschen oder Gegenstände ausübt oder androht.

Zu der Frage, ob sich die Anzeige auf das Asylverfahren der Männer auswirken wird, gab das Regierungspräsidium Gießen gestern keine Auskunft.

Da die Männer die Erstaufnahmeeinrichtung Senkefeld aufgrund der bevorstehenden Schließung bereits am Dienstag verlassen haben, kann die ermittelnde Polizei aus Hessisch Lichtenau Vernehmungshilfe mit Dolmetscher bei den Beamten am neuen Wohnort der Männer beantragen.

Am Mittwoch verließen dann auch die letzten im Senkefeld verbliebenen Flüchtlinge die Erstaufnahmeeinrichtung mit einem Reisebus samt Anhänger für Fahrräder, Kinderwagen und Gepäck. Sie wurden in die Erstaufnahmeeinrichtung in Kassel-Niederzwehren verlegt. Die Abreise, die von zwei Polizeistreifen bewacht wurde, verlief friedlich. Das Eintreffen des Busses wurde mit lauten geträllerten Ausrufen begrüßt.

Von Nicole Demmer und Gudrun Skupio


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