Initiative rief zahlreiche Bürger zusammen

Quenteler protestieren gegen Lastwagen

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Bürger gegen Brummi-Verkehr: Rund 60 Einwohner von Quentel machten ihrem Unmut am Montag bei einer Protestaktion Luft. Der Lichtenauer Ortsteil ächzt unter dem Verkehr von 850 Lastwagen pro Tag, die zum Basaltbruch fahren.

Quentel. Bis zu 850 Lastwagen rollen täglich durch Quentel. Mit Schildern forderten die Einwohner jetzt eine alternative Zufahrt zum Basaltbruch Ölberg.

Bis zu 850 Lastwagen rollen täglich durch Quentel - zu viel für die Bewohner des Lichtenauer Stadtteils, die jetzt dagegen protestiert haben und den sofortigen Bau einer alternativen Zufahrt zum Basaltbruch Ölberg fordern.

Weil die hohe Belastung durch den Lkw-Verkehr in der Ortsdurchfahrt für die Quenteler auf Dauer unerträglich ist, hatte die Bürgerinitiative zur Protestaktion am Montag aufgerufen. Zahlreiche Bürger kamen zur Aktion im Zentrum des Orts - mit Schildern, auf denen man lesen konnte: „Lärm, Gefahr und Gestank machen uns krank“, „850 Lkw am Tag sind eine Zumutung“, „Profit vor Lebensqualität“, „Die Ignoranz der Behörden (RP) ist unverschämt und unerträglich“, „Baustraßen für Windräder werden genehmigt!? Es grüßt die Bananenrepublik!“ Selbst die jüngsten unter den etwa 60 Protestlern machten mit. Auf ihren Plakaten war zu lesen: „Ihr seid zu laut, da zittert uns die Haut“, „Zu viele schädliche Gase, das stinkt ganz schön in der Nase“ und „Der Bürgersteig ist für die Kleinen, sonst müssen wir so viel weinen“. Damit machten auch die Kinder deutlich, wie sehr sie unter dem Verkehr im Ort leiden. Und jedem, der im Lastwagen oder Auto vorbeikam, reckten sie ihre Sprüche vom sicheren Anger aus entgegen und dehnten ihren Protest auch auf den Bürgersteig aus.

Obwohl die Aktion nicht bei der Polizei angemeldet war - schließlich sollte der Verkehr ja auch nicht gestoppt werden - tauchte zwei Stunden nach Beginn des stillen Protests ein Streifenwagen auf. Die Vielzahl der geparkten Autos beiderseits der Straße war den Beamten wohl aufgefallen, da aber die zulässigen Abstände eingehalten wurden, bestand für die Polizisten keinerlei Handlungsbedarf. Vor allem den Lastwagen-Fahrern machte die Parksituation in der Ortsdurchfahrt schon zu schaffen. Wenn die Brummis Schlangenlinien fahren mussten und sich dabei auch noch begegneten, kamen sie nur noch im Schritttempo vorwärts. Zudem hatte sich auch noch Heinrich Lutz (Bürgerinitiative) mit seinem kleinen Schlepper samt Anhänger unter den Verkehr gemischt und dabei so manche Rücksichtnahme herausgefordert.

Unterschiedlich fielen die Reaktionen der Lkw-Fahrer aus. Obwohl Lutz auch mal der Vogel gezeigt wurde, überwogen die positiven Meldungen. Mehrere Fahrer zeigten Verständnis für den Protest. Einem war die vergleichbare Situation aus seinem Heimatort bekannt, ein anderer wusste angeblich sogar von Plänen einer Transportstraße zur B 7, mit der die Quenteler endlich vom Lkw-Verkehr des nahen Basaltbruchs erlöst wären.

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