Tai-Chi: Wir haben die innere Kampfkunst ausprobiert

Tai-Chi-Kurse in Hessisch Lichtenau: Seit 2011 bietet Sigrid Sprenger das Erlernen der chinesischen „inneren Kampfkunst“ an. Foto:  Metzler

Hessisch Lichtenau. Das chinesische Tai Chi findet zunehmend Verbreitung. Mit weichen Bewegungen soll die inneren Ruhe, Ausdauer, Konzentration und Koordination gefördert werden.

Der Turnverein 1894 Hessisch Lichtenau bietet unter der Leitung von Sigrid Sprenger seit 2011 Kurse an. Die „Tai-Chi-Peking-Form“, welche dort praktiziert wird, hat eigentlich 108 Figuren, doch in Europa hat sich die einfachere Variante mit 24 aufeinander folgenden Übungen durchgesetzt.

Ich habe im Turnraum des Vereines den Selbstversuch gewagt: Neun Teilnehmerinnen, inklusive mir, stehen vor einem großen Spiegel. Langsame chinesische Musik kommt aus den Boxen. Kursleiterin Sigrid Sprenger erklärt die erste Übung und erläutert den gesundheitlichen Aspekt dahinter. So auch zu unserer Haltung: „Alles, was weich ist, ist gesund, Starre blockiert.“ zum Aufwärmen beginnen wir mit den „acht Brokaten“ aus dem Qigong. „Die Figuren werden so genannt, weil sie so gut und so edel sind, wie der Stoff Brokat“, klärt Sprenger auf. Aber nicht nur das. Sie sind auch detailliert, selbst für die Finger gibt es eine Übung.

Übrigens haben alle Figuren aus dem Tai Chi bunte Namen: „Den Körper strecken und 100 Krankheiten vertreiben“ und „das Gesäß senken und die Energie aus dem Herzen vertreiben“ sind nur zwei Beispiele. Beim Letzteren geht es darum, die Wut aus dem Herzen zu verbannen.

Anschließend wird pro Kurseinheit je eine der 24 Figuren der Peking-Form erlernt. Das fordert Konzentration, und die Koordination wird geschult. Sobald eine Übung verinnerlicht ist, stellt sich beim Praktizieren Entspannung ein. Alle Figuren sind eine Art Dehnübung, die besonders dem Rücken gut bekommen und gelenkschonend sind. „Es wird auf alle Krankheiten Rücksicht genommen. Unsere älteste Teilnehmerin ist 77 Jahre alt“, sagt Sprenger, die früher beim Turnverein die koreanische Karate-Form Teakwondo unterrichtete.

Der „Cool Down“ dient dazu, den Kreislauf herunterzufahren und setzt sich aus der „Fünf-Elemente-Übung“ mit den Komponenten Feuer, Wasser, Luft, Erde und Holz zusammen. Die Figuren werden fast tanzartig ausgeführt

Die Energie beruhigen

Zum Schluss wird das Qi, die Energie, beruhigt. Sprenger: „Das ist wichtig für die innere Ausgeglichenheit. Bei Tai Chi geht es um das An- und Entspannen. Letzteres kommt im Alltag oft zu kurz.“

Mein Fazit: Genau dieses An- und Entspannen in den Übungen ist es, was mich nach der Stunde zur Ruhe kommen lässt. Aber auch die Kombination aus sportlicher Betätigung und Schulung der Konzentration zu chinesischer Musik ist neu und beeindruckend. Infos und Anmeldung: bei Sigrid Sprenger, Tel. 0 56 02 / 46 82 Hintergrund

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