Tunnel verbindet Abschnitte Hessisch Lichtenau und Helsa

Tief in der Betonröhre: So sieht die Baustelle des A-44-Tunnels bei Hirschhagen aus

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Gewaltig: Die Nordröhre des Hirschhagentunnels der Autobahn 44, die am Donnerstag bei einer Aktion zu den Tagen der Industriekultur besichtigt werden konnte.

Hessisch Lichtenau. 40 Besucher besichtigten am Donnerstag die Nordröhre des Hirschhagener Tunnels, der die Abschnitte Hessisch Lichtenau und Helsa der Autobahn 44 verbindet.

Wer zum Auftakt der Tage der Industriekultur Nordhessen vom 25. bis 28. August bei der Tunnelbesichtigung dabei sein wollte, musste sich schnell angemeldet haben. Das Interesse war so groß, dass das Team von Hessen Mobil, an der Spitze Diplom-Ingenieur Reinhold Rehbein als Leiter des Dezernats für Autobahnen in Nordhessen, sogar eine zweite Führung für den Tag organisiert hatte.

Der Tunnel von außen: Für jede Fahrtrichung wird eine Röhre durch den Berg getrieben.

Bevor es in den Tunnel selber ging, mussten sich die 20 Besucher der ersten Gruppe, darunter drei Kinder und Jugendliche, eine Stunde lang gedulden. Die benötigte Stefan Buchholz, bei Hessen Mobil zuständig für den Tunnelbau, um der Besuchergruppe im Bürocontainer den mit 324 Millionen Euro teuersten Abschnitt der A 44 aufgrund des längsten Tunnels in Hessen im Detail vorzustellen. Mit 4207 Metern ist die Südröhre 57 Meter länger als die Nordröhre. Insgesamt 960.000 Kubikmeter Abraum, 164.000 Kubikmeter Spritzbeton für die 25 bis 40 Zentimeter dicke Außenschale, 200.000 Kubikmeter Stahlbeton für die 40 bis 60 Zentimeter dicke Innenschale, dazu 18 500 Tonnen Betonstahl und 480.000 Spieße und Anker zur Stabilisierung sind beeindruckende Zahlen. Eine drei Millimeter starke Folie zwischen den beiden Betonschichten sorgt dafür, dass trotz vier Bar Wasserdruck keine Feuchtigkeit aus dem Gestein in den Tunnel eindringen kann.

In beiden Richtungen wird der Tunnel zweispurig verlaufen. In der Regel ist er etwa 6,50 Meter hoch bei einer Gesamtbreite von etwa 9,50 Metern. Einzige Ausnahme sind die 15 Pannenbuchten, die auf einer Länge von 50 Metern die Gesamtbreite auf zwölf Meter anwachsen lassen. Um das spezielle Profil der Röhre in den Bereichen zu erhalten, beträgt die Tunnelhöhe dort 7,70 Meter.

A44: Besuch im neuen Hirschhagentunnel

Nachdem sich alle mit Stiefeln, Helm und Schutzweste ausgestattet hatten, ging’s ab in den Tunnel. Doch nicht zu Fuß, sondern im Hessen- Mobil-Fahrzeugkonvoi, um den Baustellenverkehr nicht zu stören. Vorbei an schon fertigen Innenschalen und Querschlägen als Verbindung zur Nachbarröhre wurde in der Mitte bei 2100 Metern gehalten. Dort ist es am Interessantesten, am Entrauchungsschacht mit sieben Metern Durchmesser. Mit etwas Glück kann man durch den Spalt von Bohlen sogar Tageslicht 80 Meter höher ausmachen. Zudem ist an der Stelle auch ein Pannenbuchtschalwagen bereits in Position gebracht, wo Reinhold Rehbein und seine Mitarbeiter nicht mit zusätzlichen Informationen sparen. Nach gut einer Stunde kamen die Besucher aus der Nordröhre wieder ans Tageslicht.

Info: Viele Aktionen zum „Blauen Sonntag“ sind ausgebucht. Besuchen kann man das Glas- und Keramikmuseum in Großalmerode am Sonntag von 14 bis 17 Uhr und die 30-Jahr-Feier des Besucherbergwerks Grube Gustav in Meißner-Abterode von 10 Uhr und bis 17 Uhr.

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