Tunnel Hirschhagen an der A44: Sprengarbeiten kurz vor Abschluss

Die Arbeiten gehen zügig voran: Dezernatsleiter Reinhold Rehbein überzeugt sich in der Nordröhre des Tunnels Hischhagen vom Fortschritt. Von den gut acht Kilometern Gesamtlänge der beiden Röhren des längsten Tunnels in Hessen haben die Arbeiter bereits sieben geschafft. Der Durchstich zwischen den Röhren ist für Herbst geplant. Foto: Ulbrich

Hessisch Lichtenau. Noch in diesem Herbst soll der Durchstich für Hessen längsten Tunnel bei Hirschhagen erfolgen. Die Arbeiten für das Bauwerk der künftigen A 44 liegen laut Hessen Mobil voll im Zeitplan.

In wenigen Wochen soll der Durchstich der beiden Röhren des A-44-Tunnels Hirschhhagen erfolgen. Damit werden auch die umfangreichen Sprengarbeiten in bis zu 70 Metern Tiefe rund um Hessisch Lichtenau beendet sein, sagt Dezernatsleiter Reinhold Rehbein von Hessen Mobil.

Der mit etwa 4,1 Kilometern längste Tunnel Hessens ist im Bereich Vortrieb laut Rehbein zu 85 Prozent fertig. Derzeit befinde man sich bei den Vortriebsarbeiten unter Tage in einer so genannten Störzone, die allerdings keine technischen Probleme bereite. Man liege voll im Zeitplan. Im betroffenen Abschnitt habe der Vulkanismus vor Millionen Jahren den Buntsandstein ordentlich umgekrempelt. Der dort kürzlich entdeckte Mini-Vulkanschlot sei in Fachkreisen eine kleine Sensation, da auch Probebohrungen keinen Hinweis auf die Situation im Gestein gegeben hätten, sagt Rehbein. Viele Geologen aus ganz Deutschland seien daher auch vor Ort gewesen und hätten Bodenproben genommen, die nun weiter untersucht würden.

Bei den Arbeiten für den Tunnelaushub der beiden Röhren von Hessisch Lichtenau in Richtung Helsa wurden 850 000 Kubikmeter Erde bewegt, dies entspricht laut Rehbein etwa 25 000 Lkw-Ladungen. Nach Fertigstellung werde rund eine Million Kubikmeter Erde bewegt worden sein.

Die großen Erdbewegungen seien auch im Bereich Helsa weitestgehend abgeschlosssen. Gleiches gelte für den Tunnelbau unter Küchen. Die Sprengarbeiten seien beendet, beide Röhren durchstochen und zu zwei Dritteln mit der Innenschale versehen. Bis zum Jahresende soll die Fahrbahn im Tunnel Küchen fertig sein, die Freigabe des Abschnittes bis Bischhausen ist für Ende 2017 geplant, der Bereich Waldkappel bereits 2016, sagt Rehbein. Der Tunnel Hirschhagen soll im Jahr 2019 freigegeben werden.

A44: Arbeiten am Tunnel Hirschhagen

Hintergrund: 

Während die Gesteinsschichten rund um Hessisch Lichtenau fast ausschließlich aus Buntsandstein bestehen, sei man bei den Arbeiten im Bereich Hirschhagen auf Tuffstein gestoßen, was man so nicht erwartet hatte, sagt Reinhold Rehbein.

Dort muss vor Millionen Jahren ein kleiner Vulkan entstanden sein. Als dieser einst auf eine Wasserader stieß, haben sich die Materialien explosionsartig auseinander gedrückt, aus diesem Prozess entstand der Tuffstein. Dabei wurde auch Buntsandstein zerlegt, sagt Rehbein. Dies sei ein wesentlicher Unterschied zu anderen Störzonen, die sich eher durch Verschiebungen der Gesteinsschichten auszeichnen.

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