Mädchen leidet an seltener Knochen-Stoffwechselkrankheit

Zwölfjährige kann bald richtig laufen

Das war einmal: Röntgenbild von Amals Beinen vor der OP.

Hessisch Lichtenau. Amal Omran aus Palästina wurde in der Orthopädischen Klinik operiert.

In den vergangenen Monaten ist sie der heimliche Star der Orthopädischen Klinik in Hessisch Lichtenau geworden: die zwölfjährige Amal Omran. Sie stammt aus Palästina, lebt in einem Friedensdorf und wird seit Februar in der Klinik in der Lossestadt behandelt.

Vor der OP: Amal mit Dr. Franz-Josef Müller und einer Krankenschwester. Die Fehlstellung der Beine ist deutlich zu sehen. Die Schiefstellung wurde in sieben Operationen korrigiert.

Wie Klinik-Pressesprecher Nicolai Ulbrich mitteilt, leidet das Mädchen seit seiner Geburt unter einer seltenen Knochen-Stoffwechselkrankheit, die zu extremen Verkrümmungen in beiden Beinen geführt hat, in deren Folge Amal nie richtig laufen konnte. Da die Orthopädische Klinik bereits seit vielen Jahren immer wieder Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten auf eigene Kosten behandelt hat, wurde nun auch Amal dort behandelt. Der Chefarzt der Allgemeinen Orthopädie und Traumatologie, Dr. Franz-Josef Müller, sowie leitender Oberarzt Tobias Radebold nahmen in sieben aufwändigen Operationen die schwierigen Achskorrekturen vor.

War Amal laut Ulbrich zu Anfang wegen der Schmerzen und des Heimwehs noch verängstigt, so ging es ihr dank des Einsatzes der Ärzte, des Pflege- sowie des Physiotherapiepersonals von Woche zu Woche besser. Chefarzt Müller betonte, dass sie durch ihren Einsatz einen wesentlichen Teil zur positiven Entwicklung des Mädchens beigetragen hätten. Auch deutsch spricht Amal inzwischen sehr gut und sorgt mit ihrem bezaubernden Lächeln während ihrer Fahrten mit dem Rollstuhl bei vielen anderen Patienten für Freude und Kraft. Die ersten Gehübungen im Schwimmbad hat Amal bereits erfolgreich absolviert. In Kürze sollen dann die ersten eigenen Schritte folgen. Für Amal ist das ein Moment, den sie „kaum abwarten kann“, wie sie lächelnd sagt.

In ein bis zwei Monaten wird die Zwölfjährige weitgehend normal laufen können. Dann hat sich die Hoffnung aller Beteiligten, aber insbesondere von Amal selbst erfüllt - und damit auch die Übersetzung ihres Namens: „Hoffnung“. Der Lionsclub Hessisch Lichtenau unterstützte die Behandlung mit Spenden, die bei der Lesung von Tim Frühling gesammelt wurden, und stockte den Betrag auf 1500 Euro auf. 

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