Imkerei als Hobby liegt auch bei Frauen im Trend

Frischer geht's nicht: Imker Hans Heckrodt aus Hessisch Lichtenau bringt Kindern bei den Ferienspielen sein Hobby näher. Hier schleudert er gerade Honig. Foto:  Röß

Werra-Meißner. Es gibt mehr Bienenzüchter im Kreis, aber die Zahl an Völkern bleibt gleich.

Der Zuspruch an der Imkerei ist in Hessen ungebrochen: Pro Jahr gibt es 800 neue Imker, teilt der Landesverband der Hessischen Imker mit. Die Hälfte der 9600 Imker sei in den vergangenen fünf Jahren hinzugekommen.

Von einem positiven Trend spricht auch der Vorsitzende des Imker-Kreisvereins Werra-Meißner, Dieter Böttner. In den acht Vereinen im Kreis mit 332 Imkern gebe es eine große Nachfrage von Neuimkern - darunter auch zunehmend Frauen. „Die Imkerei ist in den Fokus der Menschen gerückt“, sagt Böttner. Allein der Eschweger Verein mit seinen aktuell 75 Mitgliedern habe in den vergangenen drei Jahren 30 neue Imker hinzubekommen. Vor zehn Jahren war die Zahl auf 47 gesunken - von ehemals 230 Mitgliedern, die der Verein nach dem Zweiten Weltkrieg zählte. Mit dem Bienenschauhaus in Südhessen, Lehrgängen und Nachwuchsarbeit in Schulen würden Vereine und Verband viel dafür tun, dass der positive Trend anhalte. Laut Böttner ist der seit einigen Jahren zu verzeichnende Zuwachs an Imkern nicht nur erfreulich, sondern auch notwendig. Denn in den nächsten Jahren sei ein Verlust an Altimkern zu erwarten. „Die Mitglieder sind überaltert.“ Während die Imker mehr werden, bleibt die Zahl der Völker im Kreis mit 2000 gleich - und sinkt entsprechend pro Imker. Das liege daran, dass es nur noch eine Hand voll Erwerbsimker im Kreis gebe und die Imkerei in erster Linie als Hobby praktiziert werde. Entsprechend schnell könnten sie auch wieder abspringen. „Sie sind nur zu halten, wenn sie einen Erfolg bei ihrer Arbeit sehen“, sagt Böttner.

Die Rahmenbedingungen dafür seien jedoch immer schlechter. „Die Monokultur sorgt für Pollenarmut, Spritzmittel - besonders Neonicotinoide - schwächen das Immunsystem der Bienen, die dadurch anfälliger für Varroa-Milben sind.“

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