Reaktion auf Vorwürfe, Jugendburg sei Rechtsextremen-Treff

Land friert Geld für Burg Ludwigstein vorerst ein

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Burg Ludwigstein

Burg Ludwigstein. Die Jugendbildungsstätte Ludwigstein erhält derzeit kein Geld vom Land. Das hessische Sozialministerium will erst Rechtsextremismus-Vorwürfe klären, die von einem freien Journalisten in einem Bericht aufgeworfen wurden.

Der wurde unter anderem im Internet-Magazin "Zeit online" am Mittwoch veröffentlicht.

Bis dahin würden alle Zuwendungen gestoppt und Entscheidungen über Investitionsförderungen ausgesetzt.

In dem tendenziösen Bericht mit der Überschrift "Eklat um rechte Umtriebe auf Burg Ludwigstein" listet der Journalist Jesko Wrede, der Rechtsextremismus als einen seiner Schwerpunkte nennt, eine Reihe von Zusammenhängen zwischen Personen und Gruppen mit der Burg auf, die mehr oder weniger zum rechtsextremen Spektrum gezählt werden.

Insbesondere im Rahmen der Jubiläums-Veranstaltungen zum 1. Freideutschen Jugendtag 1913, die Anfang Oktober unter anderem auf der Jugendburg stattfanden, ergaben sich für den auch dem Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) in Berlin angehörenden Journalisten Anknüpfungspunkte, zu denen er die Verantwortlichen der Burg um Stellungnahme bat.

Stiftungsvorsitzende Eva Eisenträger, Burgbetriebsleiter Selmar Sechtling und Geschäftsführer Stephan Sommerfeld von der Jugendbildungsstätte weisen dabei den Vorwurf, der Ludwigstein habe sich zu einem gern besuchten Ort für prominente rechte Publizisten entwickelt, als unzutreffend zurück. Die zwei von Wrede benannten Publizisten hätten die Burg ihres Wissens nach in den vergangenen zehn Jahren nur einmal besucht, konkret im Rahmen der Meißnerfahrt des Rings junger Bünde Hessen am 3. Oktober, heißt es in der Stellungnahme, die auch im Internet zu lesen ist.

Ein erstes Gespräch mit dem Ministerium fand am Donnerstagnachmittag bereits in Wiesbaden statt. (sff)

Links

Eklat um rechte Umtriebe auf Burg Ludwigstein, von Jesko Wrede: http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2013/10/23/eklat-um-rechte-umtriebe-auf-burg-ludwigstein_14239

Die lange Version des Textes von Jesko Wrede: http://rechte-jugendbuende.de/?p=2224

Stellungnahme der Burg Ludwigstein: http://www.burgludwigstein.de/Stellungnahme-Burg-Ludwigstein.758.0.html

Hintergrund

Auszeichnungen für Jugendbildung

Auf der Jugendburg Ludwigstein übernachten pro Jahr rund 16 000 Menschen. Zudem wird die 1415 errichtete Veste, die in den 1920er-Jahren von einer Ruine zu einer Herberge wieder aufgebaut wurde, von mehreren tausend Tagesgästen im Jahr besucht.

Einen besonderen Ruf genießt die Burg als Lernort und Förderstätte für Toleranz und deutsch-polnischen Jugendaustausch. Dafür gab es mehrere Preise, zuletzt und schon zum zweiten Mal die Anerkennung als "ausgezeichneter Ort im Land der Ideen" für das Modellprojekt "Iphigenie auf Praxis". Dabei unternehmen Jugendliche mit Migrationshintergrund und junge Pfadfinder gemeinsame Abenteuer. (sff)

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