Sie rechneten sich zum Sieg

Zwei Schüler beim hessenweiten Mathe-Wettbewerb dabei 

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Fit in Mathe: Selina Kluger (links) ist so gut in dem Schulfach, dass sie es in den Landesentscheid des Mathematik-Wettbewerbs geschafft hat. Lehrerin Tamara Brill ist stolz auf die Schülerin. In der Hand haben die beiden einen Abakus, ein uraltes Rechenhilfsmittel. 

Witzenhausen/Hessisch Lichtenau. Selina Kluger und Steven Kohlstädt erreichten im hessenweiten Mathe-Wettbewerb den Landesentscheid.

In Mathe macht ihnen so schnell keiner etwas vor: Selina Kluger von der Freiherr-vom-Stein-Schule in Hessisch Lichtenau und Steven Kohlstädt von der Johannisbergschule in Witzenhausen haben sowohl den Schul- als auch den Kreisentscheid im landesweiten Mathematik-Wettbewerb der achten Klassen souverän gemeistert und durften vergangenen Mittwoch am Hessenentscheid teilnehmen.

Gerade einmal 175 von 50.896 teilnehmenden Jugendlichen haben es soweit geschafft wie Selina und Steven. An der Freiherr-vom-Stein-Schule kam zuletzt im Schuljahr 2009/2010 ein Schüler bis in den Landesentscheid, berichtet Selinas Mathematik-Lehrerin Tamara Brill.

Entsprechend aufgeregt war die Pädagogin. „Als ich es erfahren habe, habe ich die ganze Nacht nicht geschlafen, ich bin megastolz“, berichtet sie und lacht. Selina nahm den ganzen Rummel gelassener. „Mathe mache ich ganz gerne und finde es meistens nicht schwer“, sagt die 14-Jährige aus Harmuthsachsen. Die Aufgaben des Landesentscheids in der Heinrich-Schütz-Schule in Kassel habe sie „einfach mal versucht“. Neben Gleichungen standen auch Dreiecks-Konstruktion sowie Prozent- und Wahrscheinlichkeitsrechnung auf dem Aufgabenzettel - alles Herausforderungen, die über den Schulstoff hinausgehen.

„Mathe liegt mir schon immer, dafür brauche ich nicht groß zu lernen.“

„Ich hab einfach alles probiert“, sagt die Schülerin, die nach dem Realschulabschluss das Abitur machen und Lehramt studieren möchte. 90 Minuten hatte sie Zeit, um mindestens vier der Aufgaben zu lösen. Auf die konzentrierte sich die Schülerin dann auch, statt zwischen mehr möglichen Aufgaben hin- und herzuspringen.

Rechnen macht Spaß: Das findet auch Steven Kohlstädt.

Eine Strategie, an die sich auch Steven Kohlstädt hielt. „Mathe liegt mir schon immer, dafür brauche ich nicht groß zu lernen“, verrät der 15-jährige Hauptschüler aus Ellingerode. Deswegen habe er sich im Vorfeld auch nur ein paar Prüfungsaufgaben angeschaut und sei ganz entspannt an den Test herangegangen. „Entweder man schafft’s oder eben nicht“, kommentiert er trocken.

Prozentrechnung, Gleichungen, Sachaufgaben und Flächenberechnungen standen bei ihm auf dem Aufgabenzettel. „Es hat gut geklappt“, sagt Steven. Am Ende blieb noch Zeit, alle vier Aufgaben nachzurechnen. „Ich wollte sicher gehen, dass sie richtig sind.“

Obwohl dem Hobby-Fußballer Mathe besonders liegt, überlegt er gerade, nach der Schule Fachkraft für Schutz und Sicherheit zu werden, eine Arbeit, die wenig mit Mathe zu tun hat, wie er selbst sagt - oder er besucht eine weiterführende Schule. Mit Mathe dürfte er dort keine Probleme haben.

Gerade heißt es für die beiden Mathe-Asse jedoch erstmal, sich zu gedulden: Am Freitag, 8. Juli, werden die Landessieger im südhessischen Oberursel bei Rolls Royce geehrt. (nde)

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