Pädagogen gehen mit Regeln und Verboten gegen die Handynutzung vor

Jeder zweite Viertklässler im Werra-Meißner-Kreis hat ein Smartphone

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Jugendlicher mit Smartphone

Werra-Meißner. Immer mehr Kinder im Werra-Meißner-Kreis nutzen bereits im Grundschulalter ein Handy oder Smartphone.

Laut der bundesweiten KIM-Studie besitzen über 60 Prozent der Viertklässler ein eigenes Telefon, davon die Hälfte ein internetfähiges Gerät. Auch Pädagogen im Werra-Meißner-Kreis bestätigen den Trend und gehen mit Regeln und Verboten gegen die Handynutzung und -spielerei im Klassenraum und auf dem Schulhof vor.

So ist es etwa an der Grundschule Hessisch Lichtenau und an der Geschwister-Scholl-Schule in Eschwege untersagt, Handys zum Unterricht mitzubringen. Schüler, die dennoch mit einem Telefon erwischt werden, müssen es von den Eltern abholen lassen, berichten Rektorin Stefanie Baierl und ihr Amtskollege Karl-Heinz Werner auf Nachfrage.

An der Ernst-Reuter-Schule in Neu-Eichenberg dürfen Handys laut Leiterin Michaela Rabe zwar mitgebracht werden, müssen aber bis Unterrichtsende, also auch während der Pausen, ausgeschaltet im Ranzen bleiben. „Viele „Grundschüler ,erben‘ jetzt die erste Generation abgelegter Smartphones der älteren Geschwister“, sagt Rabe. Bei der rasanten Entwicklung im Mediensektor ist deshalb davon auszugehen, dass Handys ohne Internetzugang bei den Schülern schon bald eine untergeordnete Rolle spielen.

Fakt ist, dass Smartphones zwar eine große Faszination auf Kinder ausüben, sie aber schnell mit Reizen überfluten. „Wenn es um einen vernünftigen Umgang mit Medien geht, sind vor allem die Eltern früh gefordert“, sagen Armin Bahl von der Kreisjugendförderung und Harald Nolte von der Fachstelle für Suchtprävention. Eltern seien oft unsicher, wie sie ihr Kind sinnvoll begleiten können. Bahl und Nolte bieten deshalb verstärkt Elternabende zur Medienerziehung in Grundschulen an.

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