Sole und Salz zum Brunnenfest in Sooden

Übergabe von Sole und Salz: Bürgermeister Frank Hix (von links), die Konfirmanden Tobias und Kevin sowie der Vorsitzende des Vereins für Heimatkunde, Uwe Friederich. Foto. Cortis

Bad Sooden-Allendorf. Anlässlich des Brunnenfests erinnert Pfarrer Daniel Bormuth an die Gemeinschaft im Ort.

Bad Sooden-Allendorf. Es waren nur wenige Takte, die Organist Walter Brill zum Ende des Brunnenfestgottesdienstes in der St.-Marien-Kirche in Sooden anstimmte. Aber die Klänge von „Triolett“, der Allendorfer Hymne, zu der jedes Jahr im August Jung und Alt bis zum Umfallen tanzen, kündigte nicht nur das Erntedank- und Heimatfest jenseits der Werra schon drei Monate vor dem Startschuss an. Symbolisch stand die Melodie auch für das, was sehr viele Menschen in Bad Sooden-Allendorf praktizieren und wahrscheinlich noch mehr sich wünschen: Gemeinschaft, Zusammenhalt.

Gemeinschaft war denn auch das zentrale Thema der Festpredigt von Pfarrer Dr. Daniel Bormuth, dem seine Allendorfer Amtsbrüder Thomas Schanze und Hubertus Spill in der Liturgie assistierten. Vieles sei vorbildlich in der Stadt, konstatierte der Geistliche. Auf verschiedenen Ebenen, sei es im Handel, in der Kommunalpolitik, aber auch in der Kirchengemeinde, müsse im Einzelfall jedoch die Frage erlaubt sein, wie es um den Gemeinschaftssinn bestellt sei.

Die häufigste Ursache für Streit und Zwietracht seien Neid und Missgunst, sagte Bormuth und verwies darauf, was ein Wort anrichten könne. Dabei übersetzte er ein Zitat aus dem Hebräischen: „Unnutze Worte sprechen heißt einen Mord zu begehen.“ Nicht ohne Grund kenne man in der deutschen Sprache den Begriff des Rufmordes. Jedermann, auch er selbst, müsse sich drei Fragen stellen, bevor er etwas mitzuteilen gedenke: „Ist es wahr? Ist es nötig zu wissen? Ist es gut?“ Der Pfarrer: „Wir sollten öfter das dreifache Sieb nehmen und auf Gottes Geist vertrauen.“ In einem kleinen Umzug, begleitet vom Spielmannszug der Feuerwehr und der Festkapelle aus Eltmannshausen, waren die Gottesdienstbesucher in die am Ende voll besetzte Kirche eingezogen. Einige Vereine hatten ihre Fahnen mitgebracht. Die Reihen waren mit Blumen in den Söder Stadtfarben Rot und Weiß geschmückt. Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst vom örtlichen Männerchor.

Vorausgegangen war am Salztisch neben dem Gebäude der Kurverwaltung die feierliche Übergabe von Sole und Salz durch Bürgermeister Frank Hix und den Vorsitzenden des Vereins für Heimatkunde, Uwe Friederich, an die Konfirmanden Tobias und Kevin, die Soodens Lebenselixier in der Kirche segnen ließen. Zahlreiche Zuschauer hörten aufmerksam den Erläuterungen Friederichs über die Bedeutung des „weißen Goldes“ zu.

Das Brunnenfest, das auf Geheiß des früheren Salzgreben und Pfarrers Johannes Rhenanus alljährlich als Dank für Salz und Sole gefeiert wird, litt diesmal unter niedrigen Temperaturen und windigem Schauerwetter. Das war auch der Grund dafür, dass am Sonntagabend die festliche Illumination „Sooden im Lichterglanz“ und das Feuerwerk ausfielen. (zcc)

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