Sonderausstellung zu 25 Jahre Deutsche Einheit

Das schaffen wir: Auch ein Propagandaplakat einer jungen FDJ-lerin, das zur Vorbereitung des SED- Parteitages in der DDR aufgehängt wurde mit dem Leitsatz „Das schaffen wir“, ist Teil der Sonderausstellung „25 Jahre deutsche Einheit“. Foto: Neugebauer

Asbach-Sickenberg. In der Hessenhalle des Grenzmuseums wird die Geschichte von 1945 bis 1990 in Film-, Ton-, Text- und Bilddokumenten nochmal lebendig.

Asbach-Sickenberg. Film- und Tondokumente aus der Wochenschau von 1950, Berichte über die Justiz als Instrument der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) oder ein Propagandaplakat der Freien Deutschen Jugend zum Parteitag der SED mit „Das schaffen wir“ - all das können die Besucher auf der Sonderausstellung zu 25 Jahre Deutsche Einheit in der Hessenhalle des Grenzmuseums Schifflersgrund begutachten. Obwohl die Ausstellungseröffnung aufgrund der plötzlichen Erkrankung des Staatssekretärs für Europaangelegenheiten Mark Weinmeister abgesagt wurde, kann die Ausstellung bereits täglich von 10 bis 17 Uhr besucht werden.

Sofort ins Auge fallen die nachgebauten Segmente der Berliner Mauer mit Bildern berühmter Politiker, die sich um die Geschichte der Wiedervereinigung Deutschlands verdient gemacht haben. So sind die Konterfeis von Willy Brandt, Helmut Kohl, John F. Kennedy und Michail Gorbatschow und deren geschichtliche Beiträge zur Deutschen Einheit dargestellt. Aber auch die Geschichten von weniger bekannten Persönlichkeiten wie Marie-Luise Tröbs, Erhard Neubert und Gabriele Stötzer, die mit mutigen Demonstranten die Vernichtung der Stasi-Unterlagen verhinderte, wird erzählt. In Film- und Tonmaterial wird nochmal die legendäre Rede von John F. Kennedy vom 26.06.1963 in Berlin mit dem legendären Satz „Ich bin ein Berliner“ oder die Rede vom demonstrativen Gegenbesuch von Nikita Chruschtschow wenige Tage später in Ostberlin gezeigt. Auch der Ausbau der innerdeutschen Grenze, ein Pfingsttreffen der freien deutschen Jugend oder die Berlin Blockade 1948 können die Besucher in Wochenschau-Beiträgen miterleben. „Eine tolle Ausstellung, die das Leben in der DDR und die Zeit der Wende nochmals lebendig werden lässt“, sagte Reinhard Sondershaus aus Darmstadt, der mit seiner Familie als einer der ersten die Ausstellung besucht hatte. Er war bereits als Schüler am Grenzzaun und in Ostberlin und wollte seiner Tochter Diana und seiner Frau Lita, die aus Indonesien stammt und seit 21 Jahren in Deutschland wohnt, dieses Stück deutsche Geschichte etwas näherbringen.

Zu sehen gibt es aber auch Mauerstelen mit Dokumentationen, wo der Aufbau der Grenzanlagen, die Niederschlagung des Arbeiteraufstandes 1953, das Leben und das Arbeiten in der DDR sowie der Aufbau des Oppositionsbewegungen und Ausbruch der friedlichen Revolution mit Bild- und Textdokumenten dargestellt wird. Auch an die über 800 Menschen die den Tod fanden, ist mit einem Mauersegment mit etwa 300 Schicksalen gedacht.

Von Hartmut Neugebauer

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