Eingeschläfert: Fotograf findet verletzte Wildkatze

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    • 06.04.13
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Jagdgesetz greift nicht bei allen

Eingeschläfert: Fotograf findet verletzte Wildkatze

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Laudenbach. Es ist kurz nach 19 Uhr an einem Samstagabend. In der Dunkelheit fährt Tierfotograf Michael Liewer von Weißenbach in Richtung Rommerode. In der Senke sieht er eine schwer verletzte Wildkatze jammernd am Boden liegen.

Angefahren und liegengelassen: Michael Liewer fand diese junge Wildkatze auf der Straße zwischen Rommerode und Weißenbach.

© Michael Liewer

Angefahren und liegengelassen: Michael Liewer fand diese junge Wildkatze auf der Straße zwischen Rommerode und Weißenbach.

„Das Tier kann noch nicht lange dort gelegen haben“, vermutet Liewer, der kurz zuvor schon einmal in entgegengesetzter Richtung auf der Straße fuhr. Da lag die Wildkatze noch nicht dort.

Aktualisiert am 6.4.2013 um 13.45 Uhr.

Michael Liewer versuchte sofort zwei ihm bekannte Jäger aus Velmeden anzurufen, und das verletzte Tier zu melden. Leider ohne Erfolg. Deshalb blieb ihm nichts anderes übrig, als selbst zu handeln. Die Wildkatze hätte aufgrund ihrer schweren Verletzungen keine Chance gehabt: „Die Beine waren mehrfach gebrochen und das Rückgrat war auch durch“, erzählt er. Die Katze habe noch mit letzter Kraft versucht, sich die Böschung hochzuziehen.

Liewer, der in Laudenbach lebt, stellte ein Warnkreuz auf, zog sich Lederhandschuhe über und legte die Wildkatze in eine gepolsterte Box, um sie zum nächsten Tierarzt zu bringen. Dort sei das Tier eingeschläfert worden. „Die Katze war so schwer verletzt, dass sie nicht gerettet und anschließend wieder ausgewildert werden konnte.“

Der Naturfotograf ist indes entsetzt über das achtlose Verhalten vieler Autofahrer. „Man darf doch nicht einfach weiterfahren, wenn man ein Tier verletzt“, sagt er und vermutet, dass es viele Autofahrer schlichtweg nicht interessiert, was mit den Tieren passiert. Dabei seien sie verpflichtet, solche Unfälle zu melden.

Pflicht zur Meldung

Polizeisprecher Jörg Künstler empfiehlt bei Wildunfällen, den zuständigen Jagdausübungsberechtigten oder die Polizei zu informieren. Dazu seien Autofahrer bei einem Unfall mit Schalenwild laut Jagdgesetz verpflichtet. Als Schalenwild werden Paarhufer bezeichnet, die dem Jagdrecht unterliegen. Hierzu gehören Rehe, Hirsche und Wildschweine. Wer einen Unfall mit diesen Wildtieren nicht meldet, begehe eine Ordnungswidrigkeit.

Bei allen anderen Wildtieren wie beispielsweise Waschbären, Füchsen und eben auch Wildkatzen greife das Jagdgesetz indes nicht. Allerdings seien Autofahrer grundsätzlich dazu verpflichtet, tote Tiere, die auf der Straße liegen, zu beseitigen. Wer dies nicht tut, begehe ebenfalls eine Ordnungswidrigkeit.

Bei verletzten Wildtieren, wie im Falle der Wildkatze müsse das Tier wiederum gemeldet werden, da sonst ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz bestünde.

Von Alia Shuhaiber

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