Kreis will sich nach und nach Elektroautos anschaffen

Vize-Landrat Wallmann testete schon drei E-Autos

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Testfahrer: Anfang März 2012 wurde Erstem Kreisbeigeordneten Dr. Rainer Wallmann (Grüne) ein geleastes Elektroauto Opel Ampera von der Grünen-Kreistagsfraktion zur Verfügung gestellt. Die Überraschung übergaben damals (hinten, von links) Sigrid Erfurth, Claudia Fiedler, Karl Jeanrond (SPD) und Armin Jung.

Werra-Meißner. Vize-Landrat Dr. Rainer Wallmann (Grüne) dürfte der prominenteste Tester von Elektroautos im Werra-Meißner-Kreis sein. Sein Fazit: „Aller Komfort ist vorhanden.“

Vor viereinhalb Jahren, als er sein Amt als Erster Kreisbeigeordneter antrat, überraschte ihn seine Grünen-Kreistagsfraktion mit einem geleasten Elektroauto (Opel Ampera), das er eine Woche lang fahren durfte. Es handelte sich um ein Hybrid-Fahrzeug. Mittlerweile hat der Politiker auch an mehreren Tagen einen rein elektrisch betriebenen Wagen (VW Golf) getestet. Und ein Jahr lang stand ihm schon ein Hybridwagen (von Mercedes) als Dienstfahrzeug zur Verfügung. Insbesondere von dem rein elektrisch betriebenen Auto sei er begeistert, antwortet Wallmann auf die Frage nach seinen Eindrücken.

Vom Fahren her sei es sehr angenehm gewesen – „wie in einem normalen Auto“. Der Elektrowagen habe auch allen notwendigen Komfort und Funktionselemente eines normale Standard-Fahrzeugs aufgewiesen. Einziges Manko nicht nur dieses E-Autos sei die begrenzte Reichweite.

Beim technischen Standard der Energiespeicher-Technologie sei man zwar „auf einem guten Weg“, wie der Grüne findet, doch wünscht er sich, dass noch mehr und stärker für die Entwicklung getan werde – insbesondere um Überschuss-Strom zwischenspeichern zu können.

„Als Wissenschaftler“, so der promovierte Öko-Agrarwirtschaftler, sei er davon überzeugt, dass die Speichertechnologie in fünf, spätestens aber zehn Jahren ganz andere Standards habe – mit dann viel kleineren Batterien mit zugleich viel höherer Ladefähigkeit und günstigerem Preis. Wallmann: „Das wirkt sich dann auch positiv auf das Interesse an E-Autos aus.“

Mit Ausnahme des Hybrid-Fahrzeugs, das ein Jahr als Dienstfahrzeug genutzt wurde, gehört bislang kein zukunftsträchtiges Auto zum Fuhrpark der Kreisverwaltung. Im Frühjahr 2012 hatte der neue Vize-Landrat verkündet, dass in Zukunft „wohl mehr als nur ein Elektroauto für die Kreisspitze“ angeschafft werden soll.

Jetzt sagt Wallmann, beim Kreis plane man schon seit einiger Zeit, nach und nach mit einzelnen Fahrzeugen auf Elektrobetrieb umzusteigen. Man habe sich deshalb noch nicht dazu durchgerungen, weil die Reichweite der Fahrzeuge sehr begrenzt sei.

Oder auch eine Frage der Kosten für ein E-Auto? Natürlich sei E-Mobilität vergleichsweise noch teurer und der Kreis müsse auch wirtschaftlich denken, antwortet Wallmann. Doch, sagt er ebenso, der Kreis habe auch eine Vorbild-Funktion.

Privat fährt Wallmann einen VW Golf Diesel mit Vier-Liter-Verbrauch – wegen der mangelnden Reichweite eines E-Autos, wie er sagt. Sein nächstes Auto werde aber ein Elektro-Fahrzeug, was aber erst in einigen Jahren angeschafft werden dürfte. Die Tankstelle dafür, sagt er mit Verweis auf seine Photovoltaik-Anlage, habe er schon auf dem Dach.

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