Weihnachten im Schuhkarton

Gerhard Kotlik aus Waldkappel engagiert sich für arme Kinder

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Mit der Spendendose: Gerhard Kotlik koordiniert die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ als Leiter der Sammelstelle in seinem Haus in Waldkappel.

Waldkappel. In Gerhard Kotliks Wohnzimmer stapeln sich rote Schuhkartons und Spendendosen. Im vergangenen Jahren waren es zeitweise bis zu 500.

Der Waldkappeler koordiniert von seiner Sammelstelle aus die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton" im Werra-Meißner-Kreis. „Glücklicherweise habe ich dieses Jahr einen Lagerraum in der Neuapostolischen Kirche in Waldkappel bekommen. 2015 noch lagen Flur, Wohnzimmer und Balkon voll - man konnte kaum dran vorbei“, erinnert sich Kotlik. Denn zu ihm kommen alle Kartons der Annahmestellen im Kreis, die sich beispielsweise in Supermärkten befinden.

Kotlik ist seit mittlerweile sechs Jahren dabei und hat sich gut eingearbeitet. Trotzdem ist in der „heißen Phase“ von Oktober bis Ende November Stress angesagt. „Vorgestern habe ich von 10 bis 19.30 nur telefoniert und einen Gottesdienst verpasst“, sagt Kotlik. Aber ihm macht das nichts aus.

Sein Anreiz für das Engagement? „Ich will einfach anderen Menschen, besonders Kindern, eine Freude bereiten“, sagt der 57-Jährige. Wenn er auf Fotos sieht, wie bedürftige Kinder in Osteuropa beim Öffnen der Schuhkartons und dem Erblicken der gespendeten Geschenke strahlen, freut ihn das. „Nächstenliebe ist für mich sehr wichtig“, erklärt Kotlik, der seit seinem zwölften Lebensjahr ehrenamtlich tätig ist. Er bringt sich auch im Tierschutz und bei der Unterstützung von Waisen ein.

Und das alles, obwohl Gerhard Kotlik wegen einer Multiple-Sklerose-Erkrankung körperlich stark eingeschränkt ist. Er sitzt im Rollstuhl. „Als ich meinen Job als Ausbildungs-Trainer 2005 aufgeben musste, brauchte ich eine neue Aufgabe. Denn ich bin Worcaholic und von 100 auf 0 - das war nichts für mich“, erinnert sich der Waldkappeler. Schon vorher sozial engagiert, hat er seine Arbeit in den verschiedenen Projekten intensiviert. „So kann ich weiter mit Menschen arbeiten und auf sie zugehen. Das ist einfach meine Art. Ich verziehe mich in kein Schlupfloch“, sagt er.

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