Wegen Holzwürmern

Dorfkirche Küchen wird mit Gas gereinigt

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Reinigen den Dachstuhl ihrer Kirche in Küchen zum Imprägnieren als Schutz vor dem Holzwurm: Andreas Rehbein (von links), Pfarrer Dirk Rehbein, Kristina Burgheim und Marion Oetzel. 

Küchen. Mit einem Gas soll dem Holzwurm in der Dorfkirche des Lichtenauer Stadtteils Küchen jetzt endgültig zu Leibe gerückt werden. Der Schädling ist schon länger ein Problem.

Eine Fachfirma will bereits Ende dieses Monates mit dem konzentrierten Einsatz des Gases Sulfuryldifluorid den Holzwürmern zu Leibe rücken. In Vorbereitung auf diese Maßnahme haben Mitglieder des Küchener Kirchenvorstands am Samstag in einem mehrstündigen Einsatz mit Besen und Staubsauger schon mal den kompletten Dachstuhl gereinigt, denn im Anschluss an die Begasung soll dieser vorbeugend mit einem wirksamen Mittel zum Schutz vor dem Käfer imprägniert werden. An dem neuen Dachstuhl, erst im Jahre 2003 im Zuge der Sanierung errichtet, wurde zwar noch kein Befall festgestellt, die vorbeugende Maßnahme wird aber unter den gegebenen Umständen als sinnvoll erachtet.

Die Begasung soll in der Zeit vom 28. September bis 1. Oktober stattfinden. Dazu wird die Kirche komplett abgedichtet, damit kein Gas nach außen dringen kann. Nach dem Einsatz des Mittels soll der Schädling in all seinen Stadien vom Ei über Puppe und Larve bis hin zum Käfer abgetötet sein. Das Gas wird anschließend ohne Gefahr für die Umgebung abgelassen und soll keinerlei Rückstände auf den Einrichtungsgegenständen der Kirche hinterlassen.

Pfarrer Dirk Rehbein macht darauf aufmerksam, dass innerhalb dieser vier Tage in der Kirche keine Gottesdienste stattfinden können. Sollte ein Trauerfall eintreten, ist es Angehörigen in dieser Zeit vorbehalten, sich für einen Nachbarort zu entscheiden oder die Andacht auf dem Friedhof im Ort stattfinden zu lassen.

Andere Tricks halfen nicht

Der Schädling in ihrer Kirche beschäftigt die Küchener bereits geraumer Zeit. Schon Iris Hocke, Vorgängerin von Pfarrer Dirk Rehbein, hatte selbst erste Maßnahmen ergriffen, um dem Insekt zu Leibe zu rücken. Ohne Erfolg, denn die Made des Käfers bohrte ihre Löcher weiter in das alte Holz. Auch der Einsatz eines Kammerjägers konnte dem Treiben des Tierchens kein Ende setzen. 

Nachdem die Löcher an Gestühl, Kanzel, Orgel und der Holztreppe zur Empore immer zahlreicher wurden, sah der Kirchenvorstand der Gemeinde jetzt dringenden Handlungsbedarf. Über den Baumanager des Kirchenkreises kam der Kontakt zur Firma Binker aus Lauf (Bayern) zustande, die mit einer Anreise nicht nur die befallene Kirche in Küchen von dem vernichtenden Insekt befreien will, sondern auch die in Motzenrode/Meinhard.

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