Weniger Menschen im Werra-Meißner-Kreis treten aus Kirche aus

Eschwege. Die Zahl der Kirchenaustritte ist im Werra-Meißner-Kreis zum ersten Mal seit Jahren wieder rückläufig. Das bestätigen Zahlen der evangelischen Kirchenkreise Eschwege und Witzenhausen aus dem ersten Halbjahr 2016, die unserer Zeitung vorliegen.

Aktuelle Daten für die katholischen Pastoralverbände im Kreis liegen nicht vor. „Gefühlt sind in diesem Jahr aber weniger Menschen ausgetreten“, sagt Dechant Mario Kawollek. Die Zahlen haben im ersten Halbjahr 2016 in etwa das Niveau aus dem Jahr 2013 erreicht. Von Januar bis Juni kehrten im Kirchenkreis Eschwege 84 Menschen der Kirche den Rücken. In Witzenhausen waren es 67 Austritte. Im gesamten Kreis wollten damit 151 Menschen nicht mehr der evangelischen Kirche angehören. „Das ist immer noch ein hohes Niveau, die Verbesserungen sind aber spürbar“, sagt der Eschweger Dekan Dr. Martin Arnold.

In den Jahren 2014 und 2015 hatte die Austrittswelle ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Insgesamt 450 Bürger wandten sich in diesen beiden Jahren formell von der evangelischen Kirche ab. Die Gründe für die Austritte sind vielfältig und statistisch nicht erfasst. „Die Skandale der Vergangenheit haben sicherlich in den beiden großen christlichen Kirchen für eine Austrittswelle gesorgt“, sagt etwa Dechant Kawollek. Ende 2013 war bekannt geworden, dass der Bischof von Limburg, Tebarz van Elst, wegen erheblich gestiegener Baukosten für das Diözesane Zentrum Sankt Nikolaus Geldverschwendung vorgeworfen wurde. Er wurde als Bischof entlassen. Auch die Folgen des demografischen Wandels seien in der Kirche spürbar.

Ulrike Laakmann, Dekanin des Kirchenkreises Witzenhausen, berichtet aber auch über zahlreiche Rückkehrer. „Ihnen ist die Gemeinschaft in der Kirche doch wichtig, oder sie möchten die Entscheidung aus einer früheren Lebensphase revidieren.“

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