Torsten Möller über Chancen, Risiken und die Zukunft der Milchviehhaltung im Kreis

Vorsitzender des Kreisbauernverbands: "Geld ist Tropfen auf dem heißen Stein"

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Müssen die Flaschen bald nur noch halb voll machen: Zehn bis 15 Milchbauern im Kreis wollen die produzierte Milchmenge reduzieren. Die EU hat Ausgleichszahlungen angeboten.

Werra-Meißner. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden des Kreisbauernverbands, Torsten Möller, über Chancen, Risiken und die Zukunft der Milchviehhaltung im Kreis.

10.000 Betriebe in Deutschland wollen bis Jahresende ihre Produktion verringern. Dafür gibt es Ausgleichzahlungen von der Europäischen Union (EU). Im Werra-Meißner-Kreis gibt es noch 99 Milchviehbetriebe. Zehn bis 15 Prozent der Betriebe werden sich wohl daran beteiligen.

Welche Landwirte werden die Ausgleichzahlungen nutzen? 

Torsten Möller: Die Betriebe, die investiert haben und das Glück eines Hofnachfolgers haben, werden sich an dem Programm eher nicht beteiligen. Es sind die Betriebe, die sich mit Reduzierung oder Betriebsaufgabe beschäftigen, die sich an dem Programm beteiligen.

Wie regeln die Bauern es, von heute auf morgen weniger Milch zu produzieren? 

Möller: Die Milchreduzierung in einem Stall wird gesteuert durch den Verkauf von Tieren oder durch schlechtes Grundfutter in Menge und Qualität. Da das letztgenannte in diesem Jahr nicht der Fall ist, gibt es noch die Möglichkeit, das Kraftfutter zu reduzieren. Wobei das für die Ernährung der Kühe nicht sinnvoll ist.

Sind denn diese Ausgleichszahlungen der EU der richtige Weg, den Preisverfall zu stoppen? 

Möller: Nein! Durch die Zahlungen wird dem Verbraucher wieder ein falsches Bild von der Landwirtschaft vermittelt. Das Geld, was auf den Höfen ankommt, ist sprichwörtlich der Tropfen auf dem heißen Stein. Allein durch das Russland-Embargo ist der deutschen Landwirtschaft ein Schaden von mehr als zehn Milliarden Euro entstanden. Kein Berufskollege möchte Ausgleichszahlungen haben, sondern seine Familie von den hochwertigen Produkten seines Hofes ernähren.

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