100 Schüler aus dem Kreis büffeln in Heiligenstadt

Sie wird 25 Jahre alt: Die Bergschule St. Elisabeth Heiligenstadt, die auch von 100 Schülern aus dem Werra-Meißner-Kreis besucht wird. Foto: Keller

Werra-Meißner-Kreis. Die Katholische Bergschule zieht viele Schüler aus Hessen an - Nächste Woche wird Jubiläum gefeiert.

Schule war in der DDR Sache des Staates. Deshalb wurde zur SED-Zeit zwischen Bergkloster und Staatlichem Gymnasium eine Mauer errichtet, obwohl die Einrichtungen in einem Komplex untergebracht sind. Die Mauer fiel in Berlin und auch in Heiligenstadt, einige Ziegelsteine erinnern an die Zeit vor 1989. Ab 14. November feiert die Bergschule St. Elisabeth ihr 25-jähriges Bestehen.

Im Gefolge der Wende setzten sich bürgerliche Kräfte Anfang der 90er Jahre dafür ein, die neuen Möglichkeiten zu nutzen. Der Staat gab das Gymnasium an die Kirche zurück. Träger sind heute das Bistum Erfurt, die Ordensgemeinschaft der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel und die örtlichen katholischen Gemeinden. Zur Finanzierung tragen das Land Thüringen und die Eltern mit Schulgeld bei, das nach Einkommen gestaffelt ist.

Fast 800 Schüler, 66 Lehrkräfte, das sind die Eckdaten einer Einrichtung, die von ihrer Tradition her im 19. Jahrhundert verwurzelt ist. Das Besondere ist, dass etwa 100 Kinder aus dem nördlichen Werra-Meißner-Kreis zum „Berg“ kommen. Um 2000 setzte das Interesse in Hessen verstärkt ein, sagt der Schulleiter Heinz-Peter Kaes dazu. Dass Witzenhäuser Schulen in Thüringen besuchen, hat Tradition: Bis Kriegsende fuhren die Kinder im Heiligenstädter Schülerzug nach Osten. So manches Mal mussten sie den Zug in den Kriegsjahren wegen Bombenangriffen räumen. Fußmärsche von Eichenberg nach Heiligenstadt werden in verschiedenen Zeitzeugenberichten genannt.

Das Berggymnasium heute - eine hochmoderne Einrichtung und mit Hightech-Ausstattung. Eine Sporthalle wurde 1996 errichtet. Die gute alte Kreidetafel wurde durch White-Boards ersetzt.

Die Schule nimmt jeden auf, der die fachlichen Voraussetzungen erfüllt. Nach dem Gesangbuch wird nicht gefragt. Kaes schätzt, dass zwei Drittel katholisch und 20 Prozent der Schüler evangelisch sind.

Das christliche Bekenntnis ist allerdings beim Lehrkörper wichtig, der nicht aus Beamten, sondern aus Angestellten besteht.

Warum schicken Eltern ihre Kinder in eine Privatschule? Der Leiter vermutet, dass sie sich sehr bewusst entscheiden. „Wir sind keine Spezialschule, sondern für alle offen“, sagt der gebürtige Rheinländer. Wichtig sei den Eltern, dass sich die Kinder gut aufgehoben fühlen.

Als katholische Schule sehe man die Aufgabe darin, auf der Basis des christlichen Menschenbildes die Begegnung von Glauben, Kultur und Bildung zu ermöglichen, heißt es in einem Flyer. Der Unterricht wird durch Schulgottesdienste und soziales Engagement unterstützt.

Der Träger betreibt übrigens auch eine Schule in Hessen, nämlich die Engelsburg in Kassel. Die Heiligenstädter Schulschwestern betreiben Klöster, Heime, Krankenhäuser und Schulen in ganz Deutschland.

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