Dank Sperrung in Trubenhausen: HNA-Redakteurin entdeckt den Kreis neu

Unterwegs auf Umwegen zwischen Großalmerode und Witzenhausen

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Heimat neu entdeckt: Auf dem Weg nach Weißenbach über die Sälzerstraße (links) wabert der Nebel. Und dass zwischen Hilgershausen und Rückerode solch ein schmuckes Gehöft liegt, hatte ich ganz vergessen.

Werra-Meißner. Redakteurin Nicole Demmer fährt einmal um den Pudding und macht durch eine Umleitung ganz neue Er-fahr-ungen.

Ich wohne gerne in Großalmerode - wirklich. Hier lebt es sich ausgesprochen nett und ich bin fix mit dem Auto in den nahe gelegenen Großstädten und auch an der Arbeit in Witzenhausen: meistens jedenfalls. Es sei denn, Hessen-Mobil hindert mich daran und ich darf Umwege fahren. So wie gerade - die Ortsdurchfahrt in Trubenhausen ist gesperrt und ich muss jeden Tag statt 13 nun 36 Kilometer pro Strecke runterreißen. Nachteil: Ich brauche deutlich länger zur Arbeit. Vorteil: Ich fahre quasi einmal um den Pudding und entdecke dabei Ecken des Kreises, an denen ich schon lange nicht mehr war.

Wie zum Beispiel die Sälzerstraße in Laudenbach. Für mich gerade der einzige Weg, um nach Weißenbach zu kommen und ich entdecke auch gleich ein entzückendes Lädchen mit antikem Trödel am Straßenrand - „Hier muss ich dringend mal stöbern“, denke ich mir und stelle kurze Zeit später fest, dass Weißenbach im Nebel richtig idyllisch aussieht. Schon hübsch, die Gegend, in der ich lebe. Weniger hübsch ist der Lastwagen, der gerade aus Richtung Meißner kommt. Schnell vor ihm noch auf die Straße abbiegen. Zum Glück ist dafür noch genug Platz, bevor ich bis Dudenrode hinterherschleichen muss.

Gerade so den Unfall verhindert: Zwischen Hilgershausen und Rückerode kommt mir ein viel zu schneller Lkw entgegen.

In Hilgershausen dann die tägliche Frage: Über Oberrieden oder über Rückerode? Letztere Strecke habe ich lange gemieden, seit mir dort vor Jahren mal fast ein Wildschwein ins Auto gerannt wäre. Bei dem klapperigen, alten Fiat Uno, den ich damals fuhr, hätte garantiert das Wildschwein gewonnen - sowas prägt. Trotzdem wage ich es und stelle fest, dass ich glatt vergessen hatte, dass es ja zwischen Hilgershausen und Rückerode noch ein Gut gibt. Spannend, was einem so alles aus dem Gedächtnis fällt. Dabei scheint die Vollung gut besucht zu sein, wenn man die vielen Autos sieht, die da vor der Tür stehen.

Kurz dahinter, auf Höhe des Vollungssattels - lustiger Name übrigens, wo kommt der eigentlich her? - möchte ich dann vor Wut ins Lenkrad beißen. Was macht der viel zu schnelle Lastwagen auf dieser engen Straße? Nur mit einem Schlenker zwischen zwei Leitpfosten entgehe ich der Kollission. Na, der wird spätestens kurz vor Hilgershausen Spaß bekommen, wenn die Straße sich noch weiter verengt. Selbst zwei Autos kommen dort kaum aneinander vorbei.

Hans-Rüdiger, meinen neben mir hängenden Mitfahrer, interessiert das nicht. Er begnügt sich damit, niedlich auszusehen und mich damit zu erfreuen. Plüsch-Fledermaus müsste man sein ...

Vorsicht Kuh: Vor den Tieren wird zwar vor Rückerode gewarnt, zu sehen sind gerade keine.

A propos erfreuen: Ausgesprochen putzig finde ich das „Vorsicht,Kühe kreuzen“-Schild kurz vor Rückerode. Sowas hab ich schon lange nicht mehr gesehen.

Mal schauen, wo ich morgen langfahre. Vielleicht probiere ich den Weg über Kaufungen und Nieste. Der Umschwang ist ja eine recht beschauliche Strecke. Auch, wenn sie nicht im Werra-Meißner-Kreis liegt.

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