Buntes Treiben

2000 Besucher beim Ostermarkt im alten Wilhelmitenkloster

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Für Fans: Fußballfreunde können ihr Club-Wappen an den Strauch hängen.

Witzenhausen. Buntes Treiben herrschte am Wochenende im alten Gemäuer des ehemaligen Witzenhäuser Wilhelmitenklosters, wo der Europäische Arbeitskreis Jugendwoche seinen beliebten Ostermarkt ausrichtete.

Rund 2000 Freunde von Kunst und Osterbrauchtum besuchten auch in diesem Jahr wieder das vorösterliche Markttreiben, bei dem mehrere Dutzend Eiermaler und Kunsthandwerker aus ganz Deutschland ihre Produkte präsentierten.

Neben traditionellen oberhessischen Eiern in Kratz- und Maltechnik, ukrainischen Wachsbatikeiern, schlesischen Binseneiern, Aquarell- und Acryleiern sowie Eierrohlingen für kleine und große Hobbymaler zum Selbstgestalten gab es Kalligraphen, selbst gebrannten Schnaps, Honig vom Imker, Bürsten, Besen, Tiffanykunst und vieles mehr zu bestaunen und zu kaufen.

Ein besonderer Anziehungspunkt für Kinder war die „Häschenschule“, in der sie unter Anleitung alles rund um das Thema Hase basteln und fünf Wochen vor Ostern schon mal Eier nach Herzenslust bemalen konnten. „Ich finde es super hier“, lobte Finnja Korf, die zusammen mit ihren Großeltern und der kleinen Schwester aus dem niedersächsischen Bühren nach Witzenhausen gekommen war und stolz ihre selbst gebastelte Ostereierkette präsentierte.

„Unser alljährlicher Ostermarkt ist ein wichtiges Standbein zur Finanzierung und Durchführung der Europäischen Jugendwochen auf der Burg Ludwigstein“, betonte Michael Göbel, Mitorganisator und Vorsitzender des Arbeitskreises Europäische Jugendwoche.

Aus diesem Grund sei man vor drei Jahren mit dem Markt von der Burg Ludwigstein nach Witzenhausen umgezogen, weil man dort einfach sehr viel unabhängiger vom Wetter sei. Eine Entscheidung, die sich auch in diesem Jahr wieder als goldrichtig erwies.

Eiermalerien Irmgard Kiepe-Fernando: "Mehr als ein Hobby!"

Für die meisten Menschen ist das Bemalen von Ostereiern ein Hobby. Für Irmgard Kiepe-Fernando ist es mehr. „Für mich ist die Eiermalerei Freude, Spaß, Entspannung und vor allem Therapie“, sagt die 62-Jährige aus Fritzlar. Angefangen damit hat sie erst vor fünf Jahren, was man ihren kunstvoll bemalten Eiern gar nicht ansieht.

„Nachdem ich mit 50 eine Hirnblutung bekam und zunächst im Rollstuhl saß, suchte ich einen Ausgleich für den Sport, den ich zuvor betrieben hatte“, erzählt sie. Als dann ihr Mann starb, der 20 Jahre lang Ostereier bemalt und dafür „jede Menge Utensilien“ angeschafft hatte, probierte sie es selbst aus. Und war begeistert!

Neben Tieren, Pflanzen und traditionellen Ostermotiven hat sich die 62-Jährige auch das Bemalen mit Motiven der traditionellen Hessenstickerei angeeignet. „Das ist besonders aufwändig“, sagt sie. Zunächst müssten die dafür benötigten Enten- und Gänseeier ausgeblasen, gewaschen und ein Jahr lang getrocknet werden. Nachdem sie sich entschieden habe, welchen Teil des Eis sie bemalen wolle, bohre sie hunderte unterschiedlich große Löcher in die restliche Fläche. Nachdem der Kalkstaub herausgeschüttelt und das Ei gereinigt sei, werde es grundiert. „Meist mit einer Pastellfarbe, weil das den schönsten Kontrast zum Stickereimotiv darstellt.“

Bis das Motiv aufgemalt ist, sind drei Tage vergangen. „Viele Menschen wundern sich, das so ein Ei 35 Euro kostet“, sagt Kiepe-Fernando. Angesichts der Arbeit, die darin steckt, sei das aber verschenkt.

Ostermarkt im Witzenhäuser Wilhelmitenkloster

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