Einsatz auf dem Gelände der Universität

Feuerwehren aus Witzenhausen und Kreis Göttingen übten für Chemieunfall

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Im Schutzanzug: Einsatzkräfte bei der Feuerwehrübung in Witzenhausen, bei der die Umweltfeuerwehr des Kreises Göttingen auch anrückte.

Witzenhausen. Was passiert eigentlich, wenn sich in Witzenhausen ein Chemieunfall ereignet und die städtische Feuerwehr bei dessen Bekämpfung an ihre Grenzen stößt?

Eine Antwort auf diese Frage lieferte am Samstag eine groß angelegte Übung, bei der auch die Umweltfeuerwehr des Landkreises Göttingen zum Einsatz kam. 

In dem von Witzenhausens Wehrführer Claus Demandt erdachten Szenario schlug zunächst um 7.45 Uhr ein Brandmelder der Universität in der Nordbahnhofstraße Alarm. Nachdem die Witzenhäuser Feuerwehr mit vier Fahrzeugen und 18 Einsatzkräften angerückt war und tatsächlich Brandgeruch festgestellt wurde, galt es, eine Person mit der Drehleiter aus dem verqualmten Dachgeschoss zu retten. Als man sich unter Atemschutz in den Keller vorgearbeitet hatte und dort die Tür des verrauchten Technikraums öffnete, entdeckte man Chemikalien, die aus mehreren Fässern ausliefen, sowie zwei dadurch kontaminierte Verletzte. Während einer von ihnen sofort gerettet werden konnte, waren die Verletzungen des anderen so stark, dass er nicht weggebracht werden konnte. Und weil nicht festgestellt werden konnte, um welche Chemikalien es sich handelte, wurde die Umweltfeuerwehr des Landkreises Göttingen zur Hilfe gerufen.

Knapp 100 speziell für einen solchen Fall geschulte Einsatzkräfte rückten mit 16 Fahrzeugen an. In Chemikalienschutzanzügen drangen einige von ihnen zu dem Verletzten vor und retteten ihn. Außerdem brachten sie die Leck geschlagenen Chemikalienbehälter nach draußen und deponierten sie zum Abtransport in speziellen Überfässern. In einer Dekontaminationsdusche wurden die Anzüge der Einsatzkräfte abgespült und von den Chemikalien befreit. Gegen 12 Uhr wurde die Übung beendet.

„Unser Ziel war es, die länderübergreifende Zusammenarbeit verschiedener Feuerwehren zu proben“, sagte Claus Demandt. Auch wenn es hier und da verständlicherweise etwas gehakt habe, sei die Großübung, die für die Umweltfeuerwehr unangekündigt gewesen sei, „ein voller Erfolg“ gewesen. Vor allem die Tatsache, dass die beiden aus allen Teilen des Landkreises Göttingen (unter anderem aus Hann. Münden und Dransfeld) zusammengerufenen Bereitschaftszüge schon nach eineinhalb Stunden (und nicht wie erwartet erst nach zwei Stunden) am Einsatzort eintrafen, sei sehr erfreulich gewesen. „Solche Übungen sind enorm wichtig“, sagte auch Witzenhausens Bürgermeisterin Angela Fischer, die sich vor Ort selbst ein Bild machte. Der Klinikbrand in Bochum einen Tag zuvor habe in erschreckender Weise gezeigt, wie schnell ein Notfall tatsächlich eintreten könne und wie wichtig es dann sei, dass bei den Lösch- und Rettungsarbeiten alles funktioniere.

Feuerwehren üben in Witzenhausen für Chemieunfall

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