Großeinsatz im Werratal: 120 Einsatzkräfte proben den Ernstfall

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Noch gibt es Wasser aus der Zisterne: Danach mussten die Feuerwehrleute gut 1500 Meter Schlauch verlegen.

Witzenhausen. Feuerwehren aus Witzenhausen und dem Kreis Göttingen simulierten einen Großeinsatz im Werratal.

Schweißperlen rinnen den Männern der Witzenhäuser Wehr über die Stirn. Auf der Burg Ludwigstein ist ein Feuer ausgebrochen und das Löschwasser in der Zisterne wird knapp. Eine andere Wasserquelle muss her und die liegt am Fuß des Bergs, die Werra. Mehr als 1500 Meter Schlauchleitung müssen vom Fluss über die Landstraße bergauf zur Burg gelegt werden. Zum Ausruhen ist keine Zeit, das sah der Übungsablauf für die gemeinsame Katastrophen-Schutzübung der Züge aus dem Landkreis Göttingen nicht vor.

120 Mann probten am Samstagnachmittag in Witzenhausen, Wendershausen und auf der Burg Ludwigstein den Ernstfall. Gegen 13.45 Uhr löste Achim Spangenberg Übungsalarm aus. Der Leiter des südniedersächsischen Katastrophenschutzzuges hatte sich zusammen mit seinen Witzenhäuser Kollegen ein Szenario ausgedacht: Die Witzenhäuser Wehren sind wegen einer Unwetterlage strapaziert und brauchen Hilfe von den Nachbarn aus Südniedersachsen. Unter anderem ist das Löschwasser für die Burg aus. Also muss eine Rohrleitung aufgebaut werden. „Und das aus Schläuchen, die gerade mal 20 Meter lang sind“, ergänzt Spangenberg.

Für die Gäste auf der Burg gab es etwas zu sehen, denn unter Sirenengeheul fahren gegen 13.52 Uhr die ersten Feuerwehrwagen vor. Der Drehleiterwagen wird schon von schlecht geschnittenen Hecken behindert, die ihm das Fahren erschweren. Die sechs Feuerwehrmänner beginnen das Wasser aus der Zisterne zu verbrauchen. Nach eineinhalb Stunden ist nichts mehr da. Mehrere Tankwagen bringen Löschwasser den Berg hinauf, bis die alternative Leitung gelegt ist.

Am Ufer der Werra unterhalb der Bundesstraße 27 oblag es der Wendershäuser Wehr, den Anfang der Leitung zu legen und die südniedersächsischen Kollegen per Funk an die versteckte Stelle zu lotsen. Denn die mussten die kilometerlange Wasserleitung legen. „Wichtige Aufgaben waren unter anderem, sich in der fremden Gegend zurechtzufinden und mit fremden Kollegen zusammenzuarbeiten. Das alles hat wunderbar geklappt“, berichtet Spangenberg. 30 Minuten nach dem Eintreffen der Helfer sollte die Leitung stehen, so steht es im Plan. Die Truppe hat es fast geschafft, volle Leistung kommt nach der geplanten Zeit noch nicht aus den Rohren. Per Funk fragen die Helfer immer wieder nach, was als nächstes zu tun ist.

Mehr als vier Stunden sind die Einsatzkräfte beschäftigt, ehe die Übung beendet ist. Fertig sind die Feuerwehrleute dann noch längst nicht - die vielen Schläuche müssen wieder ordentlich gerollt und in den Feuerwehrautos verstaut werden. Ein langer Tag für die Brandschützer, die sich schon um 6 Uhr in Uschlag bei Staufenberg getroffen hatten, um in einer geschlossenen Einsatzkolonne in Richtung Witzenhausen zu fahren. (zge)

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