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250 Demonstranten zogen für Professur-Erhalt durch die Innenstadt

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Es reicht: Mit dieser Parole wenden sich die Studenten an ihre Universität.

Witzenhausen. Es war der vorläufige Höhepunkt der Studenten-Proteste in Witzenhausen zum Erhalt der Professur für biologisch-dynamische Landwirtschaft. 250 Menschen zogen am Mittwoch in einer Demonstration durch Witzenhausen.

Ihr Ziel: Die Fachbereichsratssitzung in der Steinstraße.

Bereits am Vormittag sammelte sich die Menge am Campus Nordbahnhofstraße. „Unser Ziel ist es heute, zu erreichen, dass der Strukturplan, überarbeitet wird. Es soll heute in der Sitzung nicht darüber abgestimmt werden. Stattdessen sollte gemeinsam mit den Studenten an einem neuen Plan gearbeitet werden“, erklärte Studentin Cora Hansen.

Fotos von der Demonstration

An dem Plan werde kritisiert, dass das biologische Profil des Fachbereichs nicht deutlich genug herausgearbeitet und dass keine Professur für biologisch-dynamische Landwirtschaft mehr vorgesehen sei. „Außerdem fordern wir, dass eine Anti-Gentechnik-Haltung in unserem Leitbild verankert wird“, so Hansen.

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Begleitet von Traktoren, einer Kutsche, einem Kleinbus und viel Musik traten die Demonstranten ihren Weg in Richtung Innenstadt an. „Wir haben eine Sambagruppe dabei und später wird vor dem Club in der Steinstraße eine Band spielen“, sagte Hansen. Von der Polizei umrahmt, bahnte sich die Gruppe ihren Weg durch den Kreisel am Ortseingang über die Werrabrücke in die Altstadt hinein.

Unter ihnen auch Witzenhäuser Bürger: „Für mich ist es ein großes Problem, dass die konventionelle Landwirtschaft derart chemisch gesteuert ist, dass von ihr eine Gefahr ausgehen könnte. Wir brauchen einen Gegenpol, und der ist die biologisch-dynamische Landwirtschaft. Diesen Gegenpol möchte ich erhalten wissen“, so der Witzenhäuser Hartmut Benduhn.

Auch Prof. Ton Baars, der die von der Auflösung bedrohte Professur besetzt, nahm zwischenzeitlich Stellung zu den Plänen der Hochschulleitung. Er betont, dass sowohl der Evaluationsrat als auch der Fachbereichsrat sich für Inhalte des Fachgebiets in Forschung und Lehre ausgesprochen hätten.

Auch weist er darauf hin, dass die Stifter dem Präsidenten ihre Bereitschaft für eine Weiterfinanzierung signalisiert hätten, dies jedoch von der Hochschulleitung ausgeschlagen worden sei. „Dies ist seit Januar 2010 unter dem neuen hessischen Hochschulrahmengesetz möglich, wir halten jedoch ein derartiges Übergehen der Gremien, Gutachtervoten und der studentischen Interessen am Standort für höchst fragwürdig.“

Die Stiftungsprofessur arbeite erfolgreich an praxisnahen Themen, was auch von Seiten ökologischer Anbauverbände und entsprechender Unternehmen begrüßt werde.

Die Fachbereichsratssitzung mit Uni-Präsident Prof. Rolf-Dieter Postlep fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ihr Ausgang war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

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