Bürgermeisterin: Start erst im Sommer

Kritik an Freigabe des Marktplatzes 

Blick zum Marktplatz Witzenhausen.

Witzenhausen. Die Entscheidung der Stadtverordneten, den Weg für ein neues Radwegekonzept für Witzenhausen frei zu machen, ist bei unseren Lesern auf viel Ablehnung gestoßen.

Das legen die vielen Kommentare auf unserer Internetseite und unserem Facebook-Auftritt nahe.

Simone T. fragt: „Es heißt doch Fußgängerzone, oder? Dann soll es auch so bleiben. Dann muss man auf die Kinder Acht geben, damit sie nicht umgefahren werden.“ Maikind schreibt: „Ich habe keine Lust, gegen den Strom der Radler fahren zu müssen und auch die Fußgängerzone lädt auch nicht mehr zum Verweilen ein. Ich werde die Stadt meiden.“ Stefan H. ergänzt: „Die Fußgängerzone wird bereits jetzt tagtäglich von dutzenden Radfahrern (und zahlreichen Autofahrern ...) unter Missachtung aller Regeln genutzt, sodass der Beschluss lediglich die Legalisierung des herrschenden Zustandes ist. [...] Schade, denn an sich sollte man doch durch die Fußgängerzone bummeln und nicht rasenden Rowdies ausweichen.“

Den Einwand von Eckhard S., mit gegenseitiger Rücksichtnahme könne das Radfahren in der Fußgängerzone funktionieren, lassen einige Leser nicht gelten. Ulrich E.: „Prima Regeln [...] wenn sich die Radler dann auch so daran halten ... ich habe da so meine Zweifel.“

Weiterer Kritikpunkt: Einige Leser fühlen sich nicht in die Planungen einbezogen „Warum sollen wir jetzt was dazu sagen, wo wir doch vorher nicht gefragt wurden...“, sagt etwa Beate J.. Aber: Ausgearbeitet wurde das Konzept vom Planungsbüro LK Argus und einem Arbeitskreis, der sich insgesamt fünfmal traf. Ihm gehörten neben Vertretern von Verwaltung, Polizei und Kommunalpolitik die Bürgerinitiative „Sinnvolle Verkehrsplanung“, die Aktionsgemeinschaft Handel und Gewerbe, Senioren- und Jugendrat und der Fachschaftsrat des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften an.

Bürgermeisterin Angela Fischer beruhigt indes: „Niemand muss sich Sorgen machen, dass ab morgen die Fußgängerzone für Radfahrer freigegeben wird“, sagt sie auf Anfrage. Die Maßnahmen würden jetzt einzeln mit der Polizei, der Bauverwaltung und den Touristikern abgestimmt. Sie rechne damit, dass die erste Änderung erst im Sommer umgesetzt wird. Das könnte möglicherweise die Freigabe der Walburger Straße sein.

Eine Freigabe der Steinstraße wäre erst dann sinnvoll, wenn auch der Marktplatz für Radfahrer geöffnet wird. Dazu müsse das Parlament aber erst eine Sondernutzungssatzung beschließen. Sie regelt unter anderem, wo im öffentlichen Raum Tische, Stühle und Werbeschilder aufgestellt werden dürfen. Klar sei bereits, dass Autos auch weiterhin nicht durch die Fußgängerzone fahren dürfen. Zudem sollen Lieferzeiten neu geregelt werden.

Fischer verspricht, die Bürger rechtzeitig und umfänglich über die einzelnen Schritte zu informieren. Man wolle über Bürgerbeteiligungsmodelle für eine Testphase beraten.

Die Namen der Kommentatoren sind uns bekannt.

Diese Änderungen sollen kommen

Diese Maßnahmen sollen umgesetzt werden, um die Stadt für heimische Radfahrer und Touristen attraktiver zu machen:

• Radverkehr soll auch gegen die Fahrtrichtung von der Universität durch die Steinstraße über den Marktplatz in die Ermschwerder Straße fließen dürfen.

• Die Walburger Straße soll entgegen der Fahrtrichtung für Radfahrer freigegeben werden. Dazu: Tempo 30 für Autofahrer.

• Radfahrer sollen über den Marktplatz fahren dürfen, nachdem eine Sondernutzungssatzung verabschiedet wurde.

• Die Brückenstraße soll in verkehrsschwachen Zeiten zwischen 18 und 10 Uhr zeitlich begrenzt für Radfahrer freigegeben werden.

• Am Zollamtsplatz soll eine Mobilitätsstation mit Stellplätzen für ein Car-Sharing-Projekt, eine Ladestation für E-Autos und E-Fahrräder, Fahrrad-Stellplätze und eine Busanbindung entstehen.

• Anbindung des Werratal-Radwegs an den innerstädtischen Radverkehr im Bereich der Schlagd.

• Fahrradfreundliche Umgestaltung der Kreuzung Walburger Straße/Südbahnhofstraße. 

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