Neue Liste in Witzenhausen will Bürger beteiligen

Sie wollen neue Wege in der Politik gehen: Bea Lissy (von links), Dr. Christian Platner, Spitzenkandidat Fred „Farid“ Melko, Silvia Hable und Hans Spinn kandidieren als Wählergruppe „Alternativen für Witzenhausen“ bei der Kommunalwahl. Sie stehen nach eigenen Angaben für eine „enkeltaugliche Politik“, die auf Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und den Erhalt der örtlichen Infrastruktur setzt. Foto: fst

Witzenhausen. Die Wählergruppe „Alternativen für Witzenhausen" tritt erstmals bei einer Kommunalwahl an. Man wolle die Politik zu den Menschen bringen, sagen die Kandidaten.

Das Witzenhäuser Parlament könnte deutlich bunter werden - wenn die neue Wählergruppe „Alternativen für Witzenhausen“ bei der Kommunalwahl den Einzug in die Stadtverordnetenversammlung schafft.

Der Name „Alternativen für Witzenhausen“ soll Programm sein, sagen Spitzenkandidat Fred Melko und seine Mitstreiter. Dass der Name und vor allem die Abkürzung AFW bei einigen Witzenhäusern die Befürchtung ausgelöst habe, es könne sich um einen Ableger der rechts-populistischen Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) handeln, gehe auf ein Missverständnis zurück, sagen die Kandidaten. „Wir stehen einfach dafür, dass wir Alternativen - im Plural - für unsere Stadt anbieten wollen.“

Die zehn Kandidaten engagieren sich bereits lange für die Stadt - etwa bei der Initiative Transition Town oder der Kulturgemeinschaft. Jetzt sei es Zeit für den Weg in die Politik, sagt Silvia Hable. „Wir wollen nicht nur Vorwürfe machen, sondern selbst mitarbeiten.“ Dr. Christian Platner, der von 2006 bis 2011 Grünen-Stadtverordneter war, ergänzt: „Die Zeit ist reif für eine bunte, parteiübergreifende Liste. Wir sollten die alten Grabenkämpfe beenden.“ Bunt und relativ jung ist die Liste: Fünf Kandidaten studieren, das Durchschnittsalter liegt bei 40 Jahren.

Am 21. Dezember wurde die Liste relativ spontan aufgestellt, Wahlkampfaktionen werden derzeit noch geplant. Eines ist aber klar: „Wir werden viel im öffentlichen Raum unterwegs sein, damit uns die Menschen direkt ansprechen können“, sagt Hable. Eine Postkartenaktion, bei der man Wünsche für die Stadt an die AFW schicken kann, sowie ein eigenes Büro seien in Arbeit.

Im Parlament will sich die AFW vor allem dafür einsetzen, dass die Bürger bei wichtigen Entscheidungen mehr beteiligt werden - über Befragungen oder Foren. Engagierte Bürger und Vereine seien zuletzt oft vor den Kopf gestoßen worden, gute Ideen seien versandet, sagt Bea Lissy. Beispiele seien die gescheiterte Rettung des Bürgerhauses, das Sitzen-unter-Platanen-Projekt des Bürgervereins und die Gründung der Freien Schule in Werleshausen. „Wir wollen die Menschen ermutigen, sich mehr für die Stadt einzusetzen.“ Gerade die Vorbereitungen zum Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzept (IKEK) hätten gezeigt, dass die Bürger viele gute Ideen hätten, wenn sie aktiv einbezogen werden, betont Platner.

Weitere Ziele: Mehr Mittel für Soziales und Kultur, Ausgaben für Gutachten hinterfragen, die Innenstadt lebenswerter machen, Kleinunternehmer fördern und städtische Immobilien besser nutzen, statt sie „für schnelles Geld“ zu verkaufen.

„Wir sind uns sicher, dass wir mindestens einen Sitz im Parlament bekommen“, sagt Melko. „Auch zwei wären noch realistisch.“ Hans Spinn, der bei der Bürgermeisterwahl 2012 beachtliche sieben Prozent der Stimmen geholt hatte, hegt auch Hoffnungen auf einen Sitz im Magistrat.

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