Neue Überholspur sorgt für Unmut

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Bald darf hier geordneter überholt werden: Zwischen dem südlichen Abzweig nach Unterrieden und der Einmündung der B 80 auf die B 27 wird in der kommenden Woche eine 2+1-Markierung angebracht. Provisorische Schilder stehen schon.

Unterrieden. Bei Unterrieden wird die Bundesstraße anders markiert - Anwohner fürchten Lärm

Unterrieden. Die Bundesstraße B 27 wird bei Unterrieden in beide Fahrtrichtungen einen neuen Überholstreifen bekommen. „Die B 27 wird zwischen den Abzweigen Unterrieden- südliche Einmündung Ludwigsteinstraße und der B 80 in die Betriebsform 2+1 ummarkiert“, teilt Hessen-Mobil-Sprecher Joachim Schmidt auf Anfrage mit - nachdem sich Einwohner aus Unterrieden über die neuen Schilder gewundert haben.

„Betriebsform 2+1“ bedeutet, dass es je einen 700 Meter langen Abschnitt mit zwei Spuren pro Fahrtrichtung geben wird. Einen ähnlichen Abschnitt gibt es bereits wenige hundert Meter nördlich zwischen dem Abzweig B27/B80 und Neu-Eichenberg. Bei Unterrieden werde die Fahrbahn nach der jüngsten Erneuerung der Fahrbahndecke nur neu markiert, so Schmidt. „Eine Fahrbahnverbreiterung findet nicht statt.“

Je nach Wetter soll die neue Fahrbahnmarkierung kommende Woche aufgebracht werden, so Schmidt. Es sei üblich, nach Fahrbahnerneuerungen zu prüfen, ob mit einer 2+1-Verkehrsführung ein gefahrloseres Überholen ermöglicht werden könne, teilt die Verkehrsbehörde des Werra-Meißner-Kreises auf Anfrage mit. Bei Unterrieden seien alle Voraussetzungen erfüllt worden.

Angeordnet wurde die neue Markierung vom Werra-Meißner-Kreis nach Absprache mit der Polizei und Hessen Mobil. Das stößt dem Ortsbeirat von Unterrieden sauer auf. „Wir haben von der Ummarkierung nur deshalb erfahren, weil uns der Unterrieder Dieter Velmeden über die neuen Schilder informiert hat“, schimpft Ortsvorsteher Günter Sauerbier. Auch von anderen Bauarbeiten rund um den Ort habe man aus der Zeitung erfahren. „Wir werden hier einfach vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagt Sauerbier.

Der Kreis weist das zurück: „Es ist nicht vorgeschrieben, nicht üblich und auch nicht praktikabel, derartige Maßnahmen bei Bundesstraßen, die keine besondere Auswirkung auf benachbarte Orte haben, der Öffentlichkeit gesondert zur Kenntnis zu geben.“

Der Ortsbeirat befürchtet jedoch, dass der Lärm im angrenzenden Wohngebiet steigen könnte, wenn mehr überholt wird. Seit 20 Jahren kämpfe man für eine Lärmschutzwand. Zudem haben die Unterrieder Angst, dass es mehr Unfälle geben könnte. „Haben die Anwohner dann vielleicht bald einen Lastwagen oder ein Auto im Garten?“, fragt Sauerbier und weist darauf hin, dass es im 2+1-Abschnitt Richtung Neu-Eichenberg regelmäßig Unfälle gebe. Hessen Mobil teilt diese Sorge nicht. „An der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ändert sich nichts“, sagt Sprecher Schmidt auf eine entsprechende Frage.

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