Erntefest in Witzenhausen: Rechte Parolen und Schläge im Festzelt

Erntefestschmuck am Kump in Witzenhausen, Erntefest Foto: Forbert

Witzenhausen. Schlimmes Ende für den Witzenhäuser Abend beim Erntefest: In den Morgenstunden des Sonntags kam es zu zwei Angriffen mit ausländerfeindlichen Beleidigungen.

Das ergaben inzwischen Ermittlungen der Polizei. Noch müssen zahlreiche Zeugen dazu befragt werden, wie es zu den Attacken kam.

Nach Auskunft von Polizeisprecher Jörg Künstler von der Polizeidirektion in Eschwege wurden die Beamten gegen 2.30 Uhr zu einer Schlägerei im Festzelt gerufen. Flüchtlinge der Gemeinschaftsunterkunft Witzenhausen, die mit Awo-Sozialbetreuer Torben Linde an einem Tisch im Zelt saßen, wurden von drei Großalmerödern mit rechten Parolen wie „White Power“ im Sinne von „Weiße Macht“ provoziert. Die Polizei trennte die Parteien, sprach Platzverweise aus und nahm insgesamt drei Anzeigen auf.

Torben Linde schildert den Vorfall so: „Als ich ,White Power‘ hörte und auch noch als ,Verräter meines Volkes‘ beschimpft und geschubst wurde, wusste ich, dass wir es mit Nazis zu tun hatten. Anders kann ich Menschen, die sich so äußern, nicht nennen.“ Er habe daraufhin alle Flüchtlinge gebeten, das Zelt zu verlassen, damit die Situation nicht eskaliert.“ Beim Einsammeln der Flüchtlinge sollen die Männer ihm gefolgt sein und einer zum anderen gesagt haben: „Jetzt hau’ ihm endlich eine!“ Ein Faustschlag an die Schläfe habe ihn dann zu Boden gestreckt und zu einer kurzen Ohnmacht geführt. Zuvor habe er versucht, Hilfe im Zelt zu finden, was aber nicht gelungen sei.

Zeitgleich soll es an anderer Stelle im Zelt einen Angriff auf einen 32-Jährigen aus Kenia gegeben haben, der seit zwei Jahren in Witzenhausen lebt. Seine Frau, die mit Rücksicht auf ihre Familie nicht namentlich genannt werden möchte, berichtete, dass die Polizei einschreiten musste, nachdem ihr Mann als „Nigger“ beschimpft und massiv am Hals gewürgt worden sei. Jörg Künstler bestätigte, dass eine entsprechende Anzeige vorliegt.

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