Schüler und jugendliche Flüchtlinge helfen Insekten

Bauten Insektenhotels: Diyar, Lehrer Christian Platner, Jutta Michaelis, Youssef, Anja Neubauer, Michael Karl, Mahi Aldin, Christiane Braun, Ali und Aleksandra Cholka. Foto: Huck

Witzenhausen. Projekt an der Kesperschule: Hotels für Kleingetier entstehen im Gemeinschaftsprojekt.

Witzenhausen. Zapfen, Stroh, Steine, Muscheln und Schilfrohre: Alle diese Naturmaterialien eignen sich hervorragend, um Insekten Unterschlupf zu gewähren. Mitarbeiter des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen am Standort in Witzenhausen bauten am Donnerstagvormittag mit Schülern der Klasse 2b der Kesperschule zwei Insektenhotels, am Nachmittag ein weiteres mit vier jungen, unbegleiteten Flüchtlingen, die jetzt in einer Wohngruppe der Werraland Werkstätten Witzenhausen leben. Begleitet wurden sie von Jutta Michaelis.

Anlass dafür war der vierte Hessische Tag der Nachhaltigkeit. An diesem Tag und natürlich auch darüber hinaus soll Nachhaltigkeit im ganzen Land lebendig gemacht werden. Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen entschied sich, etwas für die heimische Insektenwelt zu tun.

„Wir helfen mit, die bunte Welt der Insekten zu bewahren“, hieß es für die Kinder und Jugendlichen. Dazu gehörte zuerst, sich einen Überblick über die Vielfalt der in Deutschland heimischen Insekten zu verschaffen.

Christiane Braun vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen sowie Michael Karl und Anja Neubauer erklärten den Kindern zusammen mit Dr. Christian Platner, Lehrer der Intensivklasse, welche Insekten voraussichtlich in ihr Insektenhotel einziehen werden und warum Marienkäfer, Florfliegen, Bienen und Wespen wichtig für die Natur sind. „Viele Kinder und Jugendliche betrachten Insekten immer noch als Schädlinge, dabei ist genau das Gegenteil der Fall, sie sind Nützlinge“, sagte Christiane Braun. Ohne Bienen beispielsweise würde schon nach einigen Jahren kaum noch Obst wachsen.

Die Kinder und Jugendlichen durften Löcher in Steine bohren, Holz sägen, Kanten rund schleifen und ihre eigenen Ideen in den Bau der Insektenhotels einbringen. Eines der beiden Hotels soll, nachdem es noch Füße und ein Dach bekommen hat, im Schulgarten der Kesperschule aufgestellt werden, das zweite in Kooperation mit dem Tropengewächshaus auf dem Universitätsgelände. Der Bau der drei Insektenhotels sollte allen Kindern helfen, einen Bezug zur Natur aufzubauen. Gerade die jungen Flüchtlinge hätten hier Defizite, und es sei wichtig, sie zu sensibilisieren, erklärte Christiane Braun. Außerdem seien solche Projekt für die Flüchtlinge eine gute Gelegenheit, um ihre Deutschkenntnisse zu vertiefen, erklärt Christian Platner. (zwh)

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