Modernisierung des Corvinus-Hauses fast beendet

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Freundliche Atmosphäre: Die Pfarrer Frieder Brack (links) und Gerhard Hahn sitzen am Besprechungstisch im neuen Gemeindebüro der Witzenhäuser Kirchengemeinde, das vollkommen barrierefrei erreichbar ist. Durch die Glastür gelangt man auf die neue Terrasse zwischen Corvinus-Haus und Stadtmauer.

Witzenhausen. Der Schock kam zum Schluss: Die Sanierung des Corvinus-Hauses in Witzenhausen war fast beendet, da zeigte sich im Sommer, dass die tragenden Balken der Saaldecke nicht mehr sicher waren.

Zudem stellte sich heraus, dass das Treppenhaus asbestverseucht und der Fußboden im Saal mit einem Klebstoff fixiert war, der den Umweltschadstoff PAK (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) enthielt. „Da mussten wir alle Arbeiten sofort stoppen“, sagt Pfarrer Frieder Brack, der Koordinator der Bauarbeiten.

Die Statik der Saaldecke sei zwar vorab stichprobenartig untersucht worden, so Brack. Doch dabei hätten sich die Schäden nicht gezeigt. Jetzt drohten Mehrkosten von 30 000 Euro für die Decke und mindestens 20 000 Euro für die Entsorgung der Schadstoffe durch eine Spezialfirma. Dann der nächste Schreck: Die erste Firma arbeitete so unsachgemäß, dass Brack die Arbeiten abbrach. Eine zweite Firma kam, schützte die neue Decke und die frisch gestrichenen Wände - und riss den verseuchten Fußboden aus dem 80 Quadratmeter großen Saal.

Bis zum Sommer war die Sanierung eigentlich ein Erfolg, berichten Brack und sein Kollege, Pfarrer Gerhard Hahn. Man sei im Zeitplan geblieben, alle paar Wochen habe man mit Architeckt Aloys Werner (Bad Sooden-Allendorf) den Kostenrahmen geprüft: Wird etwas teurer? „Öffentliche Bauprojekte haben einen schlechten Ruf“, sagt Hahn. „Dem wollten wir etwas entgegensetzen.“ Diese Haltung bedeutete für Kirchengemeinde, Kirchenvorstand und Pfarrer eine Menge Arbeit. Denn immer, wenn die Kosten aus dem Ruder zu laufen drohten, bemühten sie sich, durch Eigenleistung Geld zu sparen - indem sie etwa das Haus selbst entkernten, die Saaldecke und den Kamin selbst abrissen. Auch viele Jugendliche und Flüchtlinge aus dem Awo-Heim packten regelmäßig mit an. Teure Details, wie neue Schränke und die Gestaltung der Terrasse wurden auf ein Minimum reduziert. „Mehr sparen können wir jetzt nicht mehr“, sagen Brack und Hahn.

Doch die Mühe hat sich gelohnt: Dach, Dämmung, Fenster und Fußbodenisolierung sind erneuert, die Heizung nutzt nun das Nahwärmenetz. Das Corvinus-Haus wird künftig weniger Energie verbrauchen und der Gemeinde Kosten sparen. Es ist weitgehend barrierefrei, so dass sich Menschen mit Rollstuhl und Rollator problemlos darin bewegen können. Dank der Spende einer Privatperson gibt es sogar eine Behinderten-Toilette mit Dusche. Obwohl die Grundfläche kleiner ist als vorher, seien die Räume deutlich besser aufgeteilt, betonen die Pfarrer. Es gibt drei Mehrzweckräume, die von allen Gruppen der Gemeinde - Jugendlichen, Senioren, Kirchenmusik -, aber auch von Gremien des Kirchenkreises genutzt werden können. Nach dem Abriss des „Treffpunkts“ ist sogar ein neuer Raum, eine großzügige gepflasterte Terrasse an der Stadtmauer entstanden.

Am ersten Advent steht das Corvinus-Haus im Mittelpunkt:

• Samstag, 25. November: 17.30 Uhr Turmblasen, 18 Uhr Adventskonzert der Kirchenmusik-Gruppen in der Kirche

• Sonntag, 26. November: 11 Uhr Familiengottesdienst in der Kirche, dann gemeinsames Mittagessen und Tag der offenen Tür im Corvinushaus.

Wie viele Spenden noch zur Finanzierung der Arbeiten gebraucht werden und wie aus einer Pfarrscheune das Gemeindehaus wurde, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeine.

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