Als Statistinnen Seite an Seite mit den Stars

Nicht vom Rest des Ensembles zu unterscheiden: Karin Sombrowski (links) und Heike Oesterheld im Kostüm. Foto: Demmer

Witzenhausen. Karin Sombrowski und Heike Oesterheld durften im Gefangenenchor von Nabucco mit auf der Opern-Bühne stehen

„Das war das Geilste überhaupt!“, „Wann ist die nächste Aufführung?“, die Begeisterung sprudelte förmlich aus Heike Oesterheld und Karin Sombrowski heraus, als sie nach dem Schlussapplaus die Nabucco-Bühne auf dem Witzenhäuser Marktplatz verließen. Die beiden HNA-Leserinnen hatten Statisten-Rollen in der Verdi-Oper gewonnen und durften ab der zweiten Hälfte mit dem Chor auf der Bühne stehen.

Vorher hieß es für die beiden Gewinnerinnen jedoch erst einmal: Ab in Maske und Garderobe, denn es sollten echte Hebräerinnen aus ihnen werden. Nachdem sie die erste Hälfte der Vorstellung noch von den Zuschauerplätzen aus genießen duften, ging es in der Pause in den zur Künstler-Garderobe umfunktionierten Rathaussaal.

Hier bekamen die 56-jährige Oesterheld und ihre 60-jährige Statistinnen-Kollegin erst einmal das passende Kostüm übergezogen. „Ich bin noch nie angezogen worden“, sagte Sombrowski lachend. Und auch das Make-Up von der Theater-Visagistin war eine neue Erfahrung. „Und das mir, der Schminkerin vor dem Herrn“, kommentierte Oesterheld trocken die Prozedur.

Zwischendrin blieb für sie sogar noch Zeit, sich über Theaterbesuche zu unterhalten. Oesterheld - ein großer Nabucco-Fan - hat sich bereits nachmittags mit der Musik eingestimmt und will die Verdi-Oper unbedingt einmal im italienischen Verona sehen. Und Sombrowski hat selbst viele Jahre lang in Roßbach Theater gespielt und singt im Chor der Landfrauen. Beste Voraussetzungen also für den großen Auftritt auf der Opern-Bühne.

Spätestens mit dem passenden Kopfschmuck waren die beiden Gastronominnen - Die Oberriederin Oesterheld betreibt das Bistro in der Bad Sooden-Allendorfer Werratal-Therme und Sombrowski aus Roßbach die Gaststätte am Bilstein - nicht mehr von den anderen Mitwirkenden zu unterscheiden.

Kurz vor dem Gefangenenchor hieß es dann: Ab auf die Bühne. Schnell noch die Anweisung von Ensemblemitglied Grazena Bonk, bitte ernst zu schauen, dann nahmen sie und eine Kollegin jeweils eine Statistin an die Hand und es ging los.

Ganz cool und souverän absolvierten die beiden Damen ihre Auftritte an der Seite der Profis, standen mit ernstem Gesichts-Ausdruck inmitten der gefangenen Hebräer und nahmen am Schluss mit dem Ensemble den verdienten Applaus des Publikums entgegen. Hinter der Bühne und um eine schöne Erfahrung reicher gab es von Bonk eine Umarmung und ein großes Lob: „Very good“, sehr gut, hätten die beiden ihre Aufgabe absolviert. Und auch nach Verlassen des Rathauses, wieder in zivil, ernteten sie noch viel Anerkennung für die souverän absolvierte Opern-Premiere.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.