Bürgerdialog im Rathaus

Streitpunkt: Radler in Witzenhausens Fußgängerzone

+
Sich stark machen fürs gegenseitige Verständnis: Plakatserie zur neuen Nahmobilität in Witzenhausen.

Witzenhausen. Während des Bürgerdialogs wurde für mehr Miteinander geworben.

Die Freigabe der Fußgängerzonen für Radler bleibt umstritten. Das wurde am Montagabend beim ersten Bürgerdialog im Rathaus deutlich, bei dem es um klimafreundlichen Verkehr in Witzenhausen ging. Die neue „Nahmobilität“ ist Baustein des Klimakonzeptes. Es gehe darum, die Bedürfnisse von Fußgängern, Radlern und Autofahrern unter einen Hut zu bringen, sagte Bürgermeisterin Angela Fischer (CDU) zum Einstieg. Im Hintergrund stehe mehr gegenseitiges Verständnis und ein gedeihliches Miteinander.

Teil des Projekts ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit: Radler sollen die Fußgänger achten, Autofahrer Radler und Passanten im Herzen tragen, ist der Leitgedanke einer Plakatserie mit Sympathieträgern. Fischer: „Wir sind alle Fußgänger, aber nicht alle Radfahrer.“

Michael Volpert (Planungsunternehmen Argus) ging auf die Eckpunkte der Planung ein:

• Unstrittig ist die Schaffung einer Mobilitätsstation am Zollamtsplatz.

• Problematisch sei die Freigabe der Fußgängerbereiche für Radfahrer nicht nur zu Randzeiten, sondern auch zur Hauptgeschäftszeit.

• Weiterer Aspekt ist die Öffnung von Einbahnstraßen im Gegenverkehr für Radler, wie zum Beispiel die Steinstraße.

• Schließlich sollen Knotenpunkte umgestaltet werden. So könnte aus dem Dreieck Südbahnhofstraße/Walburger Straße ein kleiner Kreisel entstehen.

• Die Walburger Straße im nördlichen Verlauf sollen sich Autofahrer, Fußgänger und Radler teilen.

Bezogen Positionen: Ludger Beesten (Bürgerinitiative sinnvolle Verkehrsplanung, von links), Georg Gries (bis vor kurzem Vorsitzender des Seniorenrats) und Michael Schäfer (Aktionsgemeinschaft Handel und Gewerbe).

Nebeneffekt sei es, Radtouristen in die Stadt zu ziehen - sie sollen hier einkaufen und sich versorgen können.

Als einer der Diskutanten im Podium freute sich Ludger Beesten (Bürgerinitiative sinnvolle Verkehrsplanung), dass endlich Bewegung in das Konzept komme: Man könne das im Sinne der Radler nur unterstützen.

Georg Gries (Seniorenrat) erinnerte hingegen an die grundsätzliche Ablehnung: keine Freigabe der Fußgängerbereiche für Radfahrer. Denn die Fußgängerzonen hätten eine Schutzfunktion. Immerhin 4700 Einwohner seien über 60 Jahre alt.

Michael Schäfer (Aktionsgemeinschaft Handel, Handwerk und Gewerbe) unterstützt die Planungen. Man müsse sehen, wie sich das Ganze in der Praxis bewährt. Es werde alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Und aus Erfahrungen müsse man lernen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.