Waldwichtel am Königsthron

+
Auf dem Königsthron: Kindergärtnerin Marina Hermann (von links) ist mit Ida, Heike, Ella, Melissa und Jannis bis zu ihrem selbst ernannten Königsthron gewandert, wo sie sich immer ausruhen dürfen. Im Hintergrund die Leiterin des Waldkindergartens Margret Ebert-Lennartz.

Witzenhausen. Wie erleben die Kinder im Waldkindergarten den Winter? Wie ist es, wenn es regnet und wenn es draußen kalt und nass ist?

Hartmut Neugebauer begleitete die Waldwichtel in Witzenhausen an einem Vormittag und hatte einen Riesenspaß dabei.

"Morgens von 7.30 bis 9 Uhr ist Hütten- und Gartenzeit, da werden die Kinder zu unserer Hütte am Rande des Wartebergs gebracht“, sagt die Leiterin des städtischen Waldkindergartens „Waldwichtel“, Margret Ebert-Lennartz, die mit Kindergärtnerin Marina Hermann und Sozialassistentin Lisa Mariette Amore die 19 Kinder betreut.

Je nach Wetterlage wird zunächst vor der Hütte gespielt oder in der mit einem Holzofen ausgestatteten mollig warmen Hütte gespielt, gemalt oder eine Geschichte vorgelesen. Neben dem etwa 30 Quadratmeter großen Hauptraum mit einem großen Tisch, und einer kombinierten Büro-/Spieleecke gibt es zwei Kompost-Toiletten. Über eine Holzleiter erreichen die Kinder die Träum- und Kuschelecke.

Frischwasser für Tee und zum Reinigen der Hände wird zweimal pro Woche geliefert, ein bisschen Strom gibt es bei gutem Wetter manchmal über die Solarzelle. „Heute ist Waldtag, da wollen wir Moos, Blätter und Baumrinde für unsere Weihnachtskrippe sammeln“, sagt Ebert-Lennartz, die die Kinder nach dem Frühstück auffordert, ihre Stiefel und die Regensachen anzuziehen. Es hat etwas genieselt und der Boden ist glitschig. Bepackt mit großem Rucksack mit ein paar Wechselsachen, Verbandsmaterial, Schnitzwerkzeug und ein Lied singend geht es bis zum ersten Haltepunkt an der Schranke.

Über das Wichteldorf, den Moosplatz, den Königsthron und den Buchenplatz geht es an diesem Tag bis zum Tempelchen hinauf. Zwischendrin entdecken die Kinder Moos, Efeublätter, grüne Kiefernzweige mit einem Zapfen und sogar ein Waldmeisterblatt, das sie schleunigst in eine Tüte stecken. Von Margret Ebert-Lennartz gibt es die passenden Erklärungen zu den gesammelten Gegenständen.

„Wir haben zwar immer ein Thema, wenn wir in den Wald gehen, aber für die Kinder gibt es immer was zu entdecken, sodass letztendlich der Weg das Ziel ist“, sagt Marina Hermann. Stolz zeigen die Kinder auf das aus Farn gebaute Wichteldorf und den Königsthron, wo sie sich immer ausruhen dürfen. „Wir sind echte Indianer, wir schießen auch die Wildschweine tot“, sagt Ella, die ein „goldenes Blatt“ gefunden hat und in die Tüte steckt.

Rausgegangen wird bei jedem Wetter, wenn es ganz eklig ist, dann halt etwas kürzer. Dann freuen sich die Kinder auf den warmen Ofen, einen Tee und eine schöne Geschichte.

„Im Sommer frühstücken wir auch im Wald“, sagt Ebert-Lennartz. Bei Regen wird eine große Plane zwischen die Bäume gespannt, sich mit Sitzkissen auf die herunterhängenden Enden der Plane gesetzt, dem prasselnden Regen zugehört und gegessen. Auch kurzes Barfußlaufen im Schnee und Exkursionen mit dem Förster gehören im Winter dazu. Der erklärt den Kindern im Winter die Tierspuren und verrät ihnen, was die Tiere im Winter alles tun. (znb)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.