Fünfköpfiges Team reiste zur Ausbildung am Fahrzeug zur afrikanischer Partnerstadt

Witzenhäuser Feuerwehrauto fährt in Kayunga in Uganda

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So sieht ein Einsatz in Uganda aus: Die frisch ausgebildeten Feuerwehrleute aus Kayunga demonstrieren bei der offiziellen Übergabe des Fahrzeugs, was sie von den Kollegen aus Deutschland gelernt haben. Hier: Eine Schachtrettung mittels Bockleiter und Seilzug.

Witzenhausen. Das Auto aus Witzenhausen ist nun in der ugandischen Partnerstadt im Einsatz.

Am Anfang gab es kein Fahrzeug, danach gab es keinen Strom - doch am Ende war die Freude groß: Witzenhausens Partnerstadt Kayunga hat endlich eine Feuerwehr, samt Fahrzeug und Feuerwehrleuten mit Grundkenntnissen. Bis das neue Tanklöschfahrzeug vor Kurzem übergeben werden konnte, war es ein weiter Weg.

Vorbereitung für den Einsatz: Nicole John (Eschwege) bildet die Feuerwehrleute an dem hydraulischem Rettungsgerät aus. 

Dabei war alles genau geplant: Mitte Juli reiste ein fünfköpfiges Team aus Feuerwehrleuten um die Initiatoren Hans-Heinz Staude und Dirk Junker nach Uganda, um vor Ort mit der Ausbildung der Feuerwehrkameraden an dem neuen Fahrzeug zu beginnen. Das hätte zu diesem Zeitpunkt eigentlich längst in Kayunga sein sollen. Es war am 31. Mai in Bremerhaven an Bord des Frachters „Morning Compass“ eingeschifft worden und Mitte Juni in Mombasa (Kenia) eingetroffen. Von dort ging es auf dem Landweg über 1000 Kilometer ins Nachbarland Uganda. Doch als die Witzenhäuser eintrafen, stand das Fahrzeug noch in der Hauptstadt Kampala beim Zoll - für Projektleiter Dirk Junker und Verwaltungschefin Margaret Nansubuga bedeutete das viele Gespräche mit Spedition, Zoll und Finanzministerium, um das Fahrzeug endlich holen zu können. „Grund für die Verzögerung waren unterschiedliche formale Auslegungen zwischen den ugandischen Behörden“, so Junker diplomatisch.

Während Junker und Nansubuga die Papierkrieg angingen, begann Staude mit seinem Team den Unterricht der ugandischen Feuerwehrleute eben ohne Auto. Doch in einer Stadt, in der Stromausfälle häufig und Beamer schwer zu organisieren sind, gestaltete sich die Schulung mit Präsentationen und Bildern deutlich schwieriger als gedacht, berichtet Staude schmunzelnd. Fünf Tage nach Ankunft des Teams endlich die gute Nachricht: Das Fahrzeug kam in Kayunga an, der praktische Unterricht konnte beginnen - höchste Zeit, denn bis zum Rückflug waren es nur noch zwölf Tage.

Damit die neue Feuerwehr überhaupt helfen kann, mussten auch die Einwohner von Kayunga informiert werden: Wo ruft man im Notfall an? Wie setzt man einen Notruf ab? Wie verhält man sich richtig? Zu diesen Fragen entwarf das Team Info-Plakate und besuchte vier Schulen, wo Deutsche und Ugander mit Schülern und Lehrer den richtigen Notruf übten. „Die Bevölkerung von Kayunga hat die neue Feuerwehr sehr positiv aufgenommen“, sagt Junker. Die Menschen hätten Geld für den Bau einer neuen Fahrzeughalle gespendet, weil die Stadt nicht genug Geld dafür hatte.

Neue Wehr für Kayunga ist einsatzbereit

Eine Woche nach der offiziellen Übergabe des Fahrzeugs kam bereits der erste Einsatz: ein Brand im Nachbarort Ntenjeru. „Ein Gebäude hat gebrannt und die Nachbargebäude drohten ebenfalls in Brand zu geraten“, erzählt Junker und fügt stolz hin: „Durch den Einsatz der Feuerwehr konnte die Ausbreitung verhindert werden.“

Anekdoten aus Kayunga und Zahlen rund um das neue Auto lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA.

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