In Witzenhausen steht der erste Milchautomat im Kreis

Sie kosteten die gut gekühlte Milch als erste: (von links) Filial-Geschäftsführer Harald Romeis, Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann, Stefan Wetekam, Elvira Valtink und Gerhard Müller-Lang vom Kreis, Bürgermeisterin Angela Fischer sowie die Betreiberinnen des Automaten Anita Kelmendi und Ute Ebel. Foto: Demmer

Witzenhausen. Familie Ebel aus Albshausen geht neue Wege in der Vermarktung ihrer Milch.

Kaum zu übersehen steht der große blaue Automat im Eingang des Witzenhäuser Tegut-Marktes. Er ist die erste Tankstelle für Frischmilch im Kreis und wurde am Mittwoch offiziell eingeweiht. Betrieben wird sie von Familie Ebel aus Albshausen.

„Wir versuchen, weiter zu existieren“, sagt Anita Kelmendi, Schwester der Hof-Besitzerin Ute Ebel bei der Inbetriebnahme. Mit 25 Kühen produziere der kleine Betrieb Milch - für die es in den vergangenen Jahren immer weniger Geld gab. Mit dem Milchautomaten, an dem es für 1,20 Euro einen Liter gekühlte Frischmilch gibt, wolle die Familie nun einen neuen Weg der Vermarktung gehen. Es sei schwierig in der Milchviehhaltung gewesen, erinnert Ute Ebel sich. Mit dem Automaten gehe man nun einen kleinen Schritt, um die Situation zu verbessern.

Die Idee hierzu sei bereits im vergangenen Jahr geboren, so Kelmendi. Damals war ihnen aber nur bekannt, dass die Milch lediglich ab Hof verkauft werden darf - in einem kleinen Ort wie Albshausen nicht lohnend. Dann kam jedoch der Hinweis, dass die Milch auch außerhalb verkauft werden dürfe, wenn sie pasteurisiert wird, also kurzzeitig erhitzt, um mögliche Keime abzutöten. Der Startschuss für das neue Vermarktungskonzept.

Harald Romeis, Filial-Geschäftsführer bei Tegut, habe gleich zugesagt, als er die Anfrage bekam, den Automaten im Geschäft aufzustellen.

Im Mai machte die Familie sich an die Umsetzung. Rund 50.000 Euro wurden dabei investiert. Zum einen in den Milchautomaten an sich, der mit rund 20.000 Euro zu Buche schlug, zum anderen in einen Pasteur auf dem Hof und in einen Raum, der hierfür hergerichtet werden musste. 40 Prozent der Kosten wurden durch das Programm „Land(auf)Schwung“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bezuschusst, erklärt Kelmendi.

Laut Elvira Valtink, beim Kreis zuständig für Dorf- und Regionalentwicklung, gibt es das Programm von 2015 bis 2018. Gefördert werden Konzepte aus den Bereichen Bildung und Wirtschaft. Der Milchautomat sei das erste Projekt im Kreis, das durch das Programm bezuschusst werde.

Und: Erläutert Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann, er sei „ein weiterer attraktiver Baustein in der regionalen Lebensmittelversorgung“. Weitere Milchautomaten im Kreis seien geplant.

Um ein echtes Mehrweg-System zu schaffen, stehen neben dem Automaten keimfreie Flaschen, die vom Kunden auf Vertrauensbasis gekauft und immer wieder neu befüllt werden können.

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