Witzenhausen soll sichtbar Bio werden

Flink mit dem Filzstift: Zeichnerin Tanja Wehr skizzierte die Ideen sofort, während die Teilnehmer des ersten Hof- und Kamingesprächs überlegten, wie man die „Bio-Hauptstadt Witzenhausen“ im Alltag sichtbarer machen kann. Foto: Wetzestein/nh

Witzenhausen. Hochburg des Ökolandbaus - so sieht der Bürgerverein für Bau- und Wohnkultur Witzenhausen. Er fordert nun, das Image im Stadtbild besser zu verankern.

Ein „Bio-Abend-Markt, Patenschaften für Schlachttiere und Kochkurse mit lokalen Produkten - das waren nur drei Ideen die beim ersten Hof- und Kamingespräches des Bürgervereins für Bau- und Wohnkultur Witzenhausen zusammenkamen. „Touristen, die diese Stadt besuchen, erkennen im Stadtbild noch nicht, dass sie sich in der Hochburg des Ökolandbaus befinden“, so Vorsitzende Veronika Kühnapfel. Das müsse sich ändern.

Nach einem Impulsreferat von Koordinatorin Sabine Marten, die die Arbeit der Modellregion Ökolandbau Nordhessen vorstellte, rauchten die Köpfe. Die knapp 50 Gäste aus Bürgerschaft, Politik, Verwaltung, Universität und Bioproduzenten überlegten gemeinsam, wie man die „Bio-Hauptstadt Witzenhausen“ im Alltag sichtbarer machen kann. Zeichnerin Tanja Wehr von den Sketchnotelovers aus Göttingen machte die zugerufenen Gedanken kreativ sichtbar. Ideen wie diese kamen zusammen:

• Label der Modellregion Ökolandbau Nordhessen entwickeln, das in den Schaufenstern von Bioläden von außen deutlich zu erkennen ist

• kreatives Hinweisschild am Eingang der Stadt mit dem Wort „Biohauptstadt“ sowie Blühstreifen an den Zufahrtsstraßen aus Mohn- und Kornblumen

• Touren zu Bio-Betrieben in der Region für Touristen und Einheimische, vor Ort eventuell Vorträge von Mitarbeitern und Studierenden der Universität

• mobile Ausstellung in leer stehenden Läden mit Informationen über regionale Bioprodukte

• verkehrsberuhigte Werrabrücke für Fußgänger und Fahrradfahrer, die die Stadt und die beiden Universitäts-Standorte wieder zusammenwachsen lässt

• zweimal jährlich ein Biowochenmarkt am Abend für Berufstätige

• Patenschaften für Kirschbäume und Tiere, um die heimischen Bauern bereits vor der Ernte oder der Schlachtung zu unterstützen

• multikulturelle Kochkurse, bei denen hauptsächlich heimische (Bio-)Produkte verwendet werden

• mehr Werbung für regionale Bioprodukte am Bahnhof

Am Ende des Abends hatte Tanja Wehr über 40 Ideen in Szene gesetzt. Diese werden jetzt von einer Auswertungsgruppe des Bürgervereins sortiert und dann an die richtigen Partner weitergeleitet. Was die Bürger in Eigenregie umsetzen können, wird in den kommenden Wochen im Zukunftsbüro der Bau- und Wohnkultur Witzenhausen im Haus Kirchstraße 16 ausgearbeitet.

Von Diana Wetzestein und Friederike Steensen

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