Marktplatz: Wohnzimmer aus dem Historismus

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Soll in gute Hände: Aus Platzgründen will sich Jürgen Hildmann von seinem kleinen Gästewohnzimmer aus der Zeit des Historismus trennen.

Ein großer Standspiegel, eine Couch mit Couchtisch, zwei Sessel, zwei Stühle sowie ein Damensekretär mit Schublade und ausziehbarem Schreibpult aus der Zeit des Historismus (1850 bis 1910) bilden ein kleines Wohnzimmer, von dem sich Jürgen und Renate Hildmann nun trennen wollen.

„Es war unser kleines Gästewohnzimmer, wo wir zusammen mal eine Tasse Kaffee getrunken haben und welches bei unseren Gästen einen Überraschungseffekt ausgelöst hat und wertgeschätzt wurde“, weiß Jürgen Hildmann zu berichten.

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Marktplatz: Wohnzimmer aus dem Historismus

Wegen des Umzugs in eine wesentlich kleinere Wohnung muss er sich aus Platzgründen von einigen lieb gewonnenen Stücken trennen. Sein Sohn, der in seine 220 Quadratmeter große Wohnung zieht, hat andere Vorstellungen von der Raumnutzung. „Dabei war es schon eine tolle Zeit, als er mit seiner Frau in den achtziger Jahren Flohmärkte, Antikbörsen und Auktionshäuser abklapperte, um historische Kunstobjekte zu erwerben“, erzählte Hildmann. So sind sie bis nach Göttingen, Wiesbaden und Dortmund gefahren, um das ein oder andere gute Stück zu ergattern. Einmal mussten sie allerdings unverrichteter Dinge aus Dortmund wieder abreisen weil er sich im Termin vertan hatte. Anstatt antiker Kunstgegenstände waren am Ausstellungsort nur antike Waffen zu erwerben.

Möbel aus dem Elsass

Das Wohnzimmer stammt aus dem Elsass. Ein befreundeter Busfahrer, der viel in Frankreich unterwegs war, wusste, dass Jürgen Hildmann für altertümliche Gegenstände schwärmte. So klapperte er bei seinen Rundfahrten Flohmärkte und Antikbörsen ab und brachte von besonderen Exemplaren auch immer Fotos von den Gegenständen mit. „Als er mir das Wohnzimmer vorlegte, war ich sofort Feuer und Flamme“, schwärmte Hildmann, der sich schließlich mit dem Franzosen handelseinig wurde. Jürgen Hildmann hat die Möbelstücke mit dem Blumenmotiv neu aufpolstern lassen und sich ein eigenes „History-Zimmer“ eingerichtet. Er möchte das Zimmer lieber im Ganzen privat verkaufen. „Es wäre schade, wenn das Zimmer bei einem Auktionshaus auseinandergerissen würde“, ergänzte Ehefrau Renate. Das Zimmer ist ein Blickfang und würde auch gut in den Empfangsbereich einer Firma passen. Dabei kann der Unterbau des etwa 2,90 Meter hohen Spiegels auch abgebaut und separat aufgestellt werden.

Weiter hat Hildmann noch eine historische Vitrine, die mit einer von Engeln und Blumen umrankten Steingutuhr, zwei historischen Kaffeeservices von Capodimonte und Limoges, einer mit Engeln verzierten Obstschale sowie weiteren Kunstgegenständen bestückt ist. Zum Inventar gehören auch eine französische Wachspuppe, ein Kaiserbaby aus Porzellan sowie drei weitere historische Puppen von Simon & Halbig, Kästner und Heubach. Eine Puppe sitzt in einem schönen historischen Puppenwagen. Die Vitrine und die Accessoires werden ebenfalls zum Verkauf angeboten, sind aber nicht im Preis des oben genannten Wohnzimmers enthalten. „Man muss es einfach gesehen haben. Wenn jemand Interesse zeigt, werden wir uns schon handelseinig“, beteuerte Hildmann, der sich noch gern an die alte Zeit zurück erinnert.

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