Gibt es einen Lärmschutz?

Sechsspuriger Ausbau der A44 bei Burghasungen: Lärm unerträglich

Blick auf die Autobahn: Burghasungen liegt dicht an der Autobahn 44. Je nach Verkehrsaufkommen und Windverhältnissen ist der Lärm im Zierenberger Ortsteil sehr groß. Archivfoto:  Thon
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Blick auf die Autobahn: Burghasungen liegt dicht an der Autobahn 44. Je nach Verkehrsaufkommen und Windverhältnissen ist der Lärm im Zierenberger Ortsteil sehr groß.

Burghasungen. Der sechsspurige Ausbau der A44 zwischen Zierenberg und Kassel ist im aktuellen Verkehrswegeplan des Bundes enthalten. Für die Burghasunger könnte das vor allem noch mehr Lärm bedeuten. Ob es nach dem Ausbau für sie endlich einen Lärmschutz geben wird, ist noch ungewiss.

Das Problem: Die Auffahrt Zierenberg zur Autobahn ist der Schnittpunkt zwischen zwei verschiedenen Projekten. Während die Strecke von Zierenberg in Richtung Kassel in naher Zukunft auf sechs Fahrspuren ausgebaut werden soll, steht der Ausbau von Zierenberg bis Breuna in der Kategorie „Weiterer Bedarf“, gilt also als sehr langfristige Planung. Wann dieser weitere Abschnitt tatsächlich sechsspurig werden soll, ist daher noch ungewiss.

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Zunächst wird also Richtung Kassel gebaut, und dannwürde weiterhin kein Anspruch auf aktiven Lärmschutz bestehen. Das stellte das Bundesverkehrsministerium bereits im vergangenen Jahr fest. „Man müsste die Grenze etwa zwei bis drei Kilometer verschieben“, sagt CDU-Bundestagsabgeordneter Thomas Viesehon. Dann würde der sechsspurige Ausbau weiter westlich beginnen und Burghasungen könnte einen Lärmschutz bekommen.

Viesehon will sich nun für eine solche Verschiebung einsetzen, und hat bereits am Donnerstag mit einem Abteilungsleiter des Bundesverkehrsministeriums gesprochen, sagt er. „Ich habe angeregt, den Schnittpunkt nicht an der Anschlussstelle anzusetzen, sondern wegen der Besonderheiten weiter nach Westen zu verschieben.“

Dass die Burghasunger bereits seit den 90er-Jahren unter dem Lärm der Autobahn leiden, sagt Zierenbergs Bürgermeister Stefan Denn (SPD). „Seitdem wird die Autobahn jedes Jahr stärker beansprucht.“ Der Lärm sei „je nach Wind teils unerträglich“. Ein Lärmgutachter habe bereits früher festgestellt, dass die Lärmwerte in einigen Straßen und vor allem auch nachts „teils deutlich überschritten wurden“. Stefan Denn will nun das Verkehrsministerium kontaktieren und sich dafür stark machen, dass Burghasungen entlastet werde.

Sollte der Ausbau der Autobahn kommen, müssten auch endlich Lärmschutz-Maßnahmen getroffen werden, sagt Ortsvorsteher Karl Schäfer. „Man muss auf jeden Fall am Ball bleiben und auch politisch Druck machen.“ Sonst werde die Situation in Burghasungen nur noch schlimmer. Schon jetzt sei es manches Mal, wenn man draußen unterwegs sei, „als würde man mitten auf der Autobahn stehen.“

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