Alter Ratskeller am Marktplatz wird zu „Muster-Energiehaus“ umgebaut

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Neuer Besitzer, neuer Nutzen: Energieberater Klaus Ohlwein, Fachberater Norbert Orth und Pressesprecher Klaus Fey (von links) vom Institut für Umweltenergie haben große Pläne. Bürgermeister Stefan Hable (2. von rechts) übergab am Dienstag die Schlüssel.

Naumburg. „Ein richtiges Schätzchen“ nennt Naumburgs Bürgermeister Stefan Hable das alte Fachwerkshaus am Marktplatz. Ein Schätzchen, das die Stadt jetzt verkauft hat – für exakt einen Euro.

Dabei geht es Hable nicht darum, ein ungenutztes Objekt abzustoßen. Zwar möchte sich die verschuldete Stadt auch weiter von Gebäuden, die nicht zwingend gebraucht werden, trennen, doch in diesem Fall verspricht sich die Stadt langfristigen Nutzen. Der neue Eigentümer, das Institut für Umweltenergie, möchte den ehemaligen Ratskeller zu einem „Muster-Energiehaus“ umbauen.

Im Dachgeschoss sollen Seminarräume und eine Musterwohnung für barrierefreies und energiesparendes Wohnen entstehen. Geheizt werden soll mit einer Acht-Kilowatt-Peak-Anlage. Mit Hilfe von Solarenergie soll so im Sommer Strom erzeugt werden, den man im Winter nutzen kann.

Durch das Obergeschoss soll sich nach bisherigen Plänen eine Ausstellung ziehen, bei der beispielsweise verschiedene Heizungsarten, wie Wand- oder Flächenheizung vorgestellt werden. Immer mit dem Ziel das Bewusstsein für energiesparendes Wohnen zu schärfen.

Im Erdgeschoss wird sich das Institut noch in diesem Monat Büroräume einrichten. „So können wir vor Ort Fragen beantworten und sanierungsinteressierte Immobilieneigentümer beraten“, sagt Norbert Orth, Fachberater des Instituts. Neben dem Institut wird die Naumburger Touristinfo in die Räumlichkeiten ziehen. Dabei will die Stadt vor allem von der guten Lage am Premiumwanderweg Habichtswaldsteig profitieren. Gleichzeitig erwartet Hable damit einen Schub zur Belebung des Marktplatzes und der gesamten Naumburger Innenstadt.

Bis dahin gibt es allerdings noch eine Menge zu tun. Das Haus ist im Inneren sanierungsbedürftig. Die Mieter die zuletzt im Obergeschoss des 300 Jahre alten Hauses gewohnt haben, haben die Räume in einem chaotischen Zustand hinterlassen. „Dass hier wirklich gewohnt wurde, ist wirklich nur äußerst schwer vorstellbar“, sagt Stefan Hable angesichts herausgerissener Heizungsrohre und dunkel abgeklebter Fenster.

An den nun abgeschlossenen Kaufvertrag sind Verpflichtungen geknüpft, die die Umsetzung der Pläne sichern sollen. „Wir wollen schnell sichtbaren Erfolg haben“, sagt Bürgermeister Hable.

Von Lasse Deppe

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