Vergiftete Hunde

Angst vor den Giftködern: Keine Häufung von Fällen

Durch Pflanzenschutzmittel gestorben: In Viesebeck wurden im Juni die Hunde von Melanie Langbein vergiftet, hier mit Sohn Jonas und ihrem Freund Andre Kleinhans. Archivfoto: Ulbrich

Wolfhager Land. Die Nachricht von ausgelegten Giftködern für Hunde macht derzeit wie ein Lauffeuer die Runde auf Facebook. Vorfälle soll es in Wolfhagen, Zierenberg, Bad Emstal und Habichtswald gegeben haben.

Die Polizei und örtliche Tierärzte können eine Häufung von Vergiftungsfällen allerdings nicht bestätigen. Nach Auskunft von Polizeipressesprecher Torsten Werner gab es in Stadt und Landkreis Kassel im Jahr 2013 sieben Strafanzeigen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Dabei seien sechs Hunde auf Grund von Giftaufnahme gestorben.

Hunde in Liebenau vergiftet

Im Januar waren zwei Hunde in Liebenau vergiftet worden. Im Februar nahm ein Hund in Kassel ein vergiftetes Fleischbällchen ins Maul, das ihm ein Unbekannter zugeworfen hatte. Er fraß es jedoch nicht und blieb verschont. Ebensoviel Glück hatte ein anderer Hund, der vier Wochen später in Kassel mit seinem Besitzer spazieren ging. Dabei nahm er vergiftetes Hähnchenfleisch mit Rattengift ins Maul, ohne dies zu fressen. Der Hund blieb unverletzt.

Im Mai erlitt ein Hund in Lohfelden innere Verletzungen durch Giftaufnahme. Der Hund überlebte. Ort und Art der Aufnahme sind nach Polizeiangaben nicht bekannt.

Im Juni starben in Viesebeck zwei Hunde vermutlich durch Vergiftung mit einem Pflanzenschutzmittel. Im August wurde ein Hund in Espenau vergiftet. Aktuell starb ein Hund auf dem Hohen Dörnberg durch die Aufnahme von Gift.

Dies sind die Fälle, die der Polizei gemeldet wurden. In den Tierarztpraxen in Naumburg und Wolfhagen hatte sich die Warnung vor Giftködern bereits herumgesprochen. Hundehalter erzählten davon. Nach Auskunft von Tierärztin Dr. Kerstin Loewenherz habe es in den vergangenen Wochen in ihrer Wolfhager Praxis keinen Fall gegeben, in dem ein Hund vergiftet worden sei. Sie habe lediglich einen Hund behandelt, der im Feld Dünger aufgenommen hatte. Auch bei Dr. Claudia Schlich in der Praxis in Naumburg gab es in den vergangenen Wochen keine Vergiftungsfälle. Ebensowenig in der Tierklinik Dr. Döring in Kassel.

Nicht in Panik verfallen

Hundehalter sollen angesichts der Giftköder-Meldungen nicht in Panik verfallen, jedoch trotzdem ihr Tier auf Spaziergängen gut beobachten. Der Versuch, Hunden das Fressen von herumliegenden Sachen abzugewöhnen, sei aber meist zum Scheitern verurteilt. Darauf weist die Organisation Vier Pfoten hin. Oft bewirke es sogar das Gegenteil und der Hund verschlinge die Fundstücke so hastig, dass man sie ihm nicht mehr wegnehmen könne. Eine Chance haben Besitzer nur, wenn sie ihrem Tier frühzeitig das Tauschen beibringen: Dabei lernt der Hund, eine gefundene Beute mit einem aus ihrer Sicht besseren Objekt zu tauschen. Das kann zum Beispiel ein Spielzeug oder ein Leckerli sein. Diese Methode verringert die Gefahr, dass der Hund den Giftköder frisst. Sie braucht allerdings etwas Übung.

Von Bea Ricken

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