Hunde verirrten sich ins Wohngebiet und auf Straße

Bewohner von Balhorn verärgert über die Folgen der Jagd

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Verletzungen an der rechten Lefze und überm linken Auge: Annegret Wess aus Balhorn war dabei, als dieser und ein weiterer Jagdterrier aufeinander losgingen.  

Balhorn. Ralf Kloss aus dem Bad Emstaler Ortsteil Balhorn ist wütend auf die Jäger. Immer wieder komme es zu Zwischenfällen mit Jagdhunden, sagt er. Im vergangenen Jahr habe er einen ausgebüxten Hund fast überfahren.

Damals war er auf der Nebenstrecke von Balhorn nach Martinhagen unterwegs. „Das Tier irrte auf der Straße umher“, sagt Kloss. Wäre er etwas schneller gefahren, hätte er ihn überrollt. Vor einem Jahr war Jagd, das Tier hatte den Anschluss verloren.

Am Freitag war wieder Jagd im Wald zwischen Balhorn, Martinhagen und Sand. Und erneut kam es zu einer Begegnung mit Jagdhunden. Diesmal war es Annegret Wess, die mit ihrer Hündin Kira in der Straße Am Distelberg unterwegs war und der die beiden Jagdterrier entgegengelaufen kamen. Alles schien normal, bis auf die Tatsache, dass die Tiere sich in ein Wohngebiet verirrt haben.

Übereinander hergefallen

Plötzlich seien die Jagdhundrüden übereinander hergefallen. „Die sind sich regelrecht an die Kehle gegangen“, sagt Ralf Kloss, der zufällig in der Nähe war. Er ging dazwischen und trennte die Tiere. Beide Jagdterrier wurden verletzt. Einer der Rüden blutete am Ohr, an seiner rechten Pfote klaffte eine Wunde, und auch der rechte Vorderlauf schien lädiert zu sein. Den zweiten Hund brachte Annegret Wess in ihrer Garage unter, auch er blutete an verschiedenen Stellen. Kloss und Wess riefen die Polizei.

Die Handynummer, die auf den Kevlarwesten der Jagdterrier notiert ist, wollten sie nicht anrufen. „Das habe ich im letzten Jahr gemacht“, sagt Kloss. Da habe ihm der Hundebesitzer gesagt, er könne erst in ein paar Stunden kommen, und er möge sich solange um das Tier kümmern. „Und als er dann da war, hat er geradeso ein Dankeschön über die Lippen gepresst“, sagt der 53-Jährige, der selbst zwei Hunde besitzt und dem die verletzten Rüden leid tun.

Die beiden Balhorner scheuten auch davor zurück, einen Tierarzt zu rufen. „Den hätten dann wir bezahlen müssen“, sagt Annegret Wess. Als die beiden Beamten von der Polizei eintrafen, riefen sie Jagdpächter Rolf Schnare (Niestetal) an, in dessen 253 Hektar großem Revier die Jagd zugange war. Auch den Hundehalter, Hardy Stuckenhoff aus Unna, kontaktierten sie.

Wenige Minuten später trafen die Männer an der Straße Am Distelberg ein. Stuckenhoff nahm beide Rüden an sich und erklärte, die Tiere am Streckenplatz erstversorgen zu wollen. Da beide durch Kevlarwesten vor Schüssen und Verletzungen geschützt sind, geht der Hundeführer von keinen schweren Blessuren aus, und falls doch, werde er sie zu einem Tierarzt bringen. Anderthalb Stunden lang hatte er kein Signal mehr von den Sendern empfangen, die an den Westen der Hunde befestigt sind. Da habe er sich gedacht, dass die Tiere das Jagdrevier verlassen hätten. Stuckenhoff vermutet, dass sich seine Rüden ineinander verbissen hätten, weil die Hündin von Annegret Wess läufig ist.

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